Konti does WSOP

    • Boy oh Boy,

      lange kein Update hier, gab auch keinen guten Anlass. Leider aber eine Menge schlechter Anlässe, die sich angehäuft haben, seitdem ich wieder hier bin. Mit einer festen Lehrerstelle und dem Klassenerhalt beim Fußball im Rucksack, trat ich meine Reise zurück nach Amerika an. Beat 1: Der Flug hatte ein paar Stunden Verspätung, aber obv ein paar Minuten zu wenig Verspätung, um Schadensersatz zu beanspruchen.

      In Vegas angekommen wurde ich im Apartment unschön erwartet, da die Klimaanlage passend zum Wochenende nicht mehr funktionierte. Passend, da Vegas am Wochenende neue Rekord-Temperaturen für Mitte Juni erwartet hat. Da die Reparaturfirma auf voller Linie failte und unser Host tagelang Stress mit den Idioten hatte, saß ich dann ungerne bei über 30 Grad im Apartment, um Texte zu tippen.

      Stattdessen war ich auf dem Strip, legte lange Sessions ein und wurde mit schönen Beats belohnt. Ohne groß ins Detail gehen zu wollen und rumzuheulen, bleibt festzuhalten, dass in den letzten Tagen stets ein guter zweiter Platz in den Händen für mich drin war. Sollte ich tatsächlich mal nut-like unterwegs gewesen sein, waren alle Gegner schon längst im fold-any-Modus. So ging es stetig bergab, mein Selbstvertrauen schwand und gewiss habe ich auch nicht mehr mein A-Game gebracht. Stolz war ich lediglich auf mein Mindset nach außen hin, denn das wurde in einer Hand ganz schön auf die Probe gestellt:


      Bellagio 5/10, recht Reg-lastig, aber ein Spot macht Hoffnung: Südländer Ende 30, setzt sich hin und limpt/callt sich ein paar Flops zurecht, bis er mit T8o ein Full House macht und verdoppelt. Acht Hände später:

      UTG-Reg raise $30, Südfreier raise $50, MP1-Reg call $50, Konti CO raise $200 mit :ah :jh , Südfreier call, Reg call.

      Flop (640): :as :jc :9d

      Südfreier check, Reg check, Konti cbet $250, Südfreier call, Reg fold.

      Turn (1.140): :9h

      Südfreier überlegt kurz und donkt $220. Wenn ich calle, sind knapp $1.600 im Pot und ich habe noch $850 behind, also ein gutes Sizing für den River: Call.

      River (1.580): :7d

      Südfreier checkt recht zügig und ich gehe All-in. Soooo, jetzt geht's los. Der Südfreier muckt nicht instant - gutes Zeichen! Er snappt nicht instant - noch besseres Zeichen, denn dann hat er wohl kein 9x! Perfekt, nach fünf Sekunden bin ich mir sicher, dass ich einen netten Pot gewonnen habe und vllt gibt es noch $850 Bonus dazu. Also sitze ich da und starre den Pot an wie Tom Dwan in besten High Stakes Folgen. Bloß kein Zucken, bloß nichts preisgeben. Südfreier tankt immer noch, mittlerweile sind 90 Sekunden vergangen. Tank. Ich überlege mir, ob ich schonmal die Amazon-App aufrufen soll, um mir etwas nettes von dem schönen, frischen Geld zu kaufen. Eine portable Klimaanlage zum Beispiel. Vielleicht doch lieber neue Kopfhörer, da meine einen Wackelkontakt haben? Südfreier tankt immer noch, mittlerweile sind weit über zwei Minuten vergangen. Zuvor hat er schonmal am River ewig getankt, als eine Straße auf dem Bord lag und er am River $200 in $1.000 block setzte und einen Shove vom Reg kassierte. Der Reg hat Time gerufen und fünf Sekunden vor Ablauf foldete er seine gefloppte Straße. Der Reg zeigte 77 für ein geflopptes Set, aber nunmal Splitpot am River. Das hat den Südfreier natürlich geärgert. Soll ich auch Time rufen? Nochmal foldet er bestimmt nicht. Clevere Idee, Konti! Ich wollte nach drei Minuten Tank dann meinen genialen Plan umsetzen, als auf einmal ein $5 Dollar Chip in die Mitte des Tisches fällt. Er callt. HALLELUJAH, er callt!

      Ich wollte gerade zum Freudestanz ansetzen und mein Top-Two elegant umdrehen, als er seine Hand dem $5 Chip hinterherwirft: :js :jd

      Boom, Klitschko und Mayweather haben soeben einen Sohn großgezogen und ihn 20 Jahre mit Steroiden gefüttert, nur damit er mir hier und jetzt in den Magen boxen darf. BOOM! Full House Jungen über Neunen, WAS zur Hölle? Innerhalb einer Sekunde merke ich, wie mich 16 Augen anstarren. Alle anderen Spieler und der Dealer sahen das Ergebnis des ewigen Tanks und schauten dann in meine Augen, als ob diese ein Spiegel wären, um das Ergebnis zu verifizieren. Joa, ich musste das natürlich verifizieren, konnte leider keine bessere Hand vorweisen. Südfreier ist mittlerweile aufgesprungen und zelebriert sein Full House, während ich nicke und ganz ruhig die Karten Richtung Muck schiebe. Ganz ruhig, kein Kommentar, kein Gesichtskasper, nichts - den Fisch immer bei Laune halten.

      Bei Laune halten also. Wenn ich in mich hineinschaute, war da auch so einiges zu halten, aber nicht die Laune. Innerlich hätte ich gerne doch wieder die Amazon-App bedient. Diesmal aber zum Kauf von Atomwaffen. Netter Slowroll, danach war die Session für mich gelaufen - $1.700 Minus nach der Hand, der Südfeier gönnte sich kurz später noch KK > AA im 3Bet Pot und stand nach weniger als einer Stunde mit $5.000 Gewinn auf. Mein innerer Vulkan hat mich noch an einen anderen Tisch gebracht, doch auch da lief obv nicht mehr viel zusammen und $2.173 Minus wurden notiert. Uncooles Gefühl, da ich in den Sessions im Aria zuvor schon $2.800 gelassen habe.

      Gestern dann neuer Tag, neues Glück: Venetian please:

      2/5 Runner-Runner Nut-Flush < Full House: :ac :tc vs :qs :qh auf :qc :7s :h :7c :3c - 200 BB

      5/10 89s < AK im squeeze Pot eine Street - 45 BB
      5/10 QQ < KK preflop im squeeze Pot - 100 BB
      5/10 KK < 88 im 3Bet Pot - 75 BB
      5/10 99 < TT zwei Streets - 40 BB

      Später dann in einer weiteren Stunde 2/5 nochmal $742 Dollar gelassen und schwups, fünf Stunde passe, über $3.000 passe. Wow, das ging fix. Wie in einem Kurzfilm habe ich mich gefühlt: Ankommen, abgeben, abreisen. Ehe ich mich versah, war ich über $8.500 los in sechs Sessions, die nicht einmal besonders lang waren.

      Und auf einmal stehst du da, mitten in Vegas, ganz allein. Die großen Ziele vor Augen, den tollen $5.000 Boost zum Start siehst du wie einen Ballon davonfliegen und hinter den hohen Fassaden des Bellagios im Nichts verschwinden. Was bleibt über nach vier Wochen? Minus $2k, weil die letzten wenigen Hände einfach nicht so liefen, wie man sich das gewünscht hat. So kann es gehen. Live-Poker ist schnellebig und gerade, wenn man auch 5/10 spielt, muss man sich bewusst sein, dass es knallen kann und man jederzeit deftige Ausschläge in beide Richtungen haben kann. Bei mir war nun die falsche Richtung dran.

      Es bleiben mir 12 Tage, um da Ruder rumzureißen. Das ist nicht viel verglichen mit den Tagen, die ich nun schon hier bin. Das ist aber trotzdem mehr als genug Zeit, eben weil es so schnell gehen kann. Wichtig ist, dass ich weiter richtige Entscheidungen treffe, mich die Ergebnisse nicht beeinflussen, ich mir nichts anhaften lasse und die Augenblicke sop akzeptiere, wie sie kommen. Dann werden gewiss auch wieder gute Augenblicke kommen, so wie zum Beispiel beim Kreditkarten-Roulette im Steakhaus, beim Biertrinken um 6 Uhr morgen im Whirlpool, beim Gustieren des Mango-Sorbets beim besten Thai der Stadt oder beim Nicht-Schwitzen der frisch restaurierten Klimaanlage im Apartment.

      Alles wird gut.
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    • Gestern konnte ich tatsächlich wieder einen grünen Tag verzeichnen, das gibt Hoffnung. Die Art und Weise, wie es zu dem gestrigen Resultat kam, lässt mich hingegen wieder zum Hulk mutieren - aber der ist immerhin auch grün.

      Session 1: Fünfeinhalb Stunden Bellagio 5/10, wieder recht Reg-lastig. Ich hatte keine einzige große Hand zu meinen Gunsten. Größter Pot war, als ich AA squeeze und der SB overcallt, ich einen 5 hoch Flop behind checke und Turn und River calle gegen seine TT. Am Ende standen $1.329 Gewinn, also alles super oder? Ja, was mein Spiel betrifft schon, aber leider musste ich mal wieder in den sauren Apfel beißen, denn der größte gespielte Pot ging flöten, als ich preflop 78 BB mit den Königen unterbringe. Villain rennt mit Assen rum :/ Ohne die Händ wäre ich doch schon wieder einiges besser gelaunt gewesen.

      Session 2: Kurze Stunde im Rio, unspektakulär, $258 Plus.
      Session 3: Nachdem ich Jens im 10-Game-Mix gerailt und tolle Spiele wie Razzdeucey kennengelernt habe, hab ich mich hingelegt und Energie für Abend und Nacht getankt. Die Energie nahm ich mit ins Rio, spielte zwei sehr angenehme 2/5 Tische mit Alkohol, Gelache und fancy Plays und nahm da auch gut $500 mit. Zeitgleich spielten im Bellagio Becks, Tenebrus, Joeluck und Kollegen 10/20 bzw 50/100 und ich ließ mich zum Corona-Railen überreden. Ich wollte gerade meine Sachen packen, da ging es wieder mal mit einer zweitbesten Hand rein:

      MP1 openraist ein Betrunkener, dessen Openraise in einer Hand zuvor gesqueezt wurde. Das Squeeze wurde overcallt, er calllt das Squeeze ebenfalls, der erste Caller movet nun all-in und der Squeezer movet all-in. Er tankt kurz und bringt die $680 souverän mit KTs unter. Flopped Nuts *bing

      Am BU callt ein Fisch sein Openraise und ich calle im SB mit :ac :6c , effektive Stacksize mit dem Openraiser: $1.405

      Flop (65): :ah :6h :5c

      Ich check, Drunktard cbet $50, fold, ich raise $165, er rafft nicht viel und 3bettet auf $250. Jaaa, es ist das Rio. Rio ist Rio is Rio, Dealer sind grausam, auch sonst rafft niemand was, also ist $250 natürlich ein legitimes Raise. Ich bezahle.

      Turn ($565): :8s

      Check, er bettet $300. Ich sehe ihn hier häufig noch AK/AQ halten, vllt nicht alle Kombos, aber durchaus einige, dazu A5s, 56s, Heart-Draws? Eher unlikely, kompletter Airball? An diesem Tisch def. denkbar, Call.

      River ($1.165): :2s

      Die Karte ist perfekt, da Hearts busten und ein unwahrscheinlicher OESD reinkommt. Da der Kollege bei KTs vorher auch zum Herocall neigte und im besoffenen Kopf sicherlich Gründe pro Call finden, statt heldenhaft zu folden. Daher: All-in Donk $850. Kein Snap-Call, wieder fühle ich mich mit jeder Sekunde besser, diesmal aber nicht all-zu lange, er fragt kurz nach meinem Sizing und gönnt sich dann den Call mit :5s :5c .


      Das Rebuy habe ich mir gespart und bin zum Bellagio gefahren wie oben angekündigt. Als die Becks und Tene drei Stunden später ins Bett gefallen sind, bin ich weiter ins Aria gezogen. Dort gab es auch endlich mal wieder zwei nette Hits für mich, zuvor musste ich aber wieder leiden wie ein Taliban im CIA-Verhör:

      JJ < KK für 50 BB vom Opa, der schon 45o in seiner 3Bet-Range gezeigt hat
      QQ < KK für 100 BB vom jungen Spasti, der im CO mitlimpt, mein SB-Raise auf 105 3bettet mit 55 Dollar dahinter. Ich move obv all-in, um festzustellen, dass in just dieser Sekunde die Chip-Runnerin weitere $400 für den Idioten hat. Das habe ich nicht mitbekommen, der Dealer meinte, er hätte es announciert. Jaaa, er callt überraschenderweise mit seinen KK, verdoppelt, steht auf und freerollt mit meinem Geld an einem $1/$3 Tisch. Dem Kollegen hätte ich gerne jeden Chip einzeln in sein Gesicht geworfen.

      Dafür habe ich jedoch im 3-Bet Pot gekonnt mit 78s Nuts geturnt auf 356 9 und Villain shovt $660 in $500 mit 53o. Ja richtig: 3-Bet Pot! Und gegen Ende habe ich multiway ebenfalls mal 35s gespielt im BB auf ein UTG 3 BB Open. Den Gutshot mit Backdoor muss man lässig callen auf :2h :6s :kc , um am Turn Steffen aka alderfalder im Hinterkopf zu hören: "Oh, 4 schon da." Checkraise Turn, Ship River gegen einen Asiaten, der zuletzt 1998 beim Baccarat mal gefoldet hat und so durfte ich doch noch mit $728 Gewinn aufstehen.

      Verrückte Sessions, leider für meinen Geschmack immer noch viel zu viele Negativ-Setups, aber immerhin einen Schritt nach vorne gemacht. Weiter, immer weiter!
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    • Poker Logbuch 25.6.2015

      Nachdem ich den obenstehenden Bericht geschrieben hatte, kamen Becks und Tenebrus zu Besuch, um ein paar Sachen hier zu lagern, bevor sie für zehn Tage die Stadt verlassen, um mit glissario, Floo und noch jemanden einen Trip Richtung Yosemite, San Francisco, Napa Valley und Highway 1 zu machen. Ich hoffe, es gefällt ihnen so gut wie mir der Highway 1 letztes Jahr.

      Danach war ich mit Jens einkaufen und zuhause essen. Frisch und munter, satt und selbstbewusst checkte ich Bravo und fand heraus, dass im Wynn sieben 2/5 Tische laufen. Da konnte ich sogar den Anti-Wynner-Jens dazu überreden. Eine tolle Idee...

      Meine dritte Hand am Tisch: Spot limpt, ich finde im SB AJo und raise auf $25, Spot callt. Flop: :jd :jh :kh Cbet $45, call. Turn: :6s Barrel $110, call. River: :2c Barrel $250, call. AJ obv gut. Nice.

      CO und HJ raise ich ebenfalls und gewinne Blinds, in MP2 raise ich TT und werde von einem Reg gecallt, der in der einen Hand, die ich nicht raiste, preflop 3bet-call mit AJo vs den Spot im SB für $850 spielte. Der Spot gewann mit QTo. Heads-up check/raist mich der Reg auf 78Jss und ich peele einmal. Turn K bettet er Pot und ich folde.

      Ein paar Hände passiert nichts, in meinem zweiten Orbit raise ich :qc :qd in MP und im Big Blind callt wieder der Reg, der mir mittlerweile eindeutig als "Spew Reg" kategorisiert wurde.

      Flop ($30): :qs :6d :8c

      Er checkt, ich checke behind, damit seine Spewshow beginnen kann.

      Turn ($30): :4c

      Er checkt, ich $20, er $80. Dann mal los, wir sind $1.127 deep und er kann hier eine Milliarde Kombinationen haben, mit denen er rumspewt oder aber auch mehr investiert, von jedem Flushdraw über Pair+Draw, SD+FD, Twopair, Sets, Straight. Keine Action-Killer abwarten oder Guessing-Game spielen am River, lautet mein Plan, daher klicke ich es back in der Hoffnung, dass es induced: 3-Bet $160. Er tankt etwas und macht genau, was er soll: 4-Bet $500. Joa, jetzt kann man natürlich Monster unterm Bett sehen und nur callen oder aber man bringt es gegen seine unendliche Range rein: 5-bet all-in, Call.

      River ($2.284): :5s

      Showdown: QQ < :5c :7s

      57o nice Defend, 57o nice Hit Turn, nice Setup, nice zweitbeste Hand mal wieder, nice Insta-Tilt.


      Hab dann nochmal AT gegen den Spast in Position gecallt, am Turn bettet er 2x Pot auf 682 7. Interessant. Dann raise/calle ich :7d :8d gegen ein 3x Raise vom Button, einem neuen Spieler mit $1.500 Stack. Flop: :ad :6s :td Ich habe etwas weniger als $1.000 stehen und entscheide mich zum Checkraise, damit er Paare kleiner Ass foldet. Er cbettet $45 in $95, ich mache $150, er bezahlt. Turn: :6h Arschlecken... Trotzdem barrel ich, um weiter Druck aufzubauen gegen Paare und Ax --> Scheiß Idee, einfach aufgeben sollte hier das beste Play sein. Barrel $165, er obv raise $580... Neu am Tisch, erste Hand, was reppt er? AA und TT, ob er da AK da auch so spielt? Denke nicht. Whatever, die Hand ist natürlich trotzdem wieder gelaufen dank des überragenden Turns und ich beende danach sofort meine Session nach nicht einmal einer Stunde mit $1.318 Verlust.

      Ich habe gemerkt, dass ich definitiv nicht mehr kontrolliert gespielt hätte, daher war der Quit folgerichtig. Jetzt sitze ich um 21 Uhr zuhause und bin echt verzweifelt. Es ist sehr anstrengend, sich jeden Tag noch mehr Scheiße anzusehen und machtlos immer schön mit zweitbesten Händen zu donieren wie Guy Laliberte am Wasserhahn.

      Also Pause, Blog schreiben, vllt gleich zum Pool, irgendwie ablenken und immer wieder bewusst machen, dass diese dummen Regs hier ein miserables Leben haben und mit meinen Winnings im Stripclub erstmals so etwas wie Glückshormone entwickeln. Aber nur gucken, Boys, nicht anfassen.

      Wie froh ich in solchen Momenten bin, dass Poker nur ein Hobby ist und ich nicht darauf angewiesen bin, täglich Gefahr zu laufen, solche Leute Bruce-Lee-like von ihrem Stuhl zu kicken.

      Genug des random rants und Geflame, das bringt uns letztlich auch nicht weiter. Schade nur, dass zurzeit niemand mehr in der Stadt ist, mit dem ich an einsamen Abenden was unternehmen kann.
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    • Die gute News vorweg: Die letzten beide Tage habe ich nicht im Minus beendet. Die schlechte: Es war wieder viel Kampf und Krampf dabei. Eine interessante Hand relativ zu Beginn der gestrigen Session möchte ich mit euch teilen:

      In MP raise ich :kc :ts und werde von einem Reg am BU gecallt, der gleichzeitig mit mir seine Session begann und mal wieder viel zu aggro unterwegs war. Eff. Size: 150BB

      Flop (70): :td :6c :2d

      Top-Flop für mich, habe hier seine inf Range crushed, entscheide mich aber für ein non-standard Play und checke. Ich möchte meine Range hier künstlich cappen, damit er wieder tut, was er am besten kann: ballern. Mein Plan ist dreimal check/call, falls sich das Board nicht großartig zu meinen Gunsten ändert. Es passiert aber etwas Überraschendes: Der gute Herr checkt behind.

      Turn (70): :7c

      Okay zwei Flushdraws, ein Draw ist reingekommen, aber dennoch ist das wieder ein Parade-Turn für eine Overbet, auch wenn ich durch den Flop-Check wohl capped wirke. Sollte er drüber gehen, wird es nun zwar sehr teuer, aber folden kommt für mich immer noch nicht infrage. Bet $110, er callt recht zügig.

      River (280): :tc

      Interessant. Nun sind natürlich einige weitere Kombos bei ihm, die mich überholt haben. Andererseits habe ich aus seiner Sicht wohl sehr wenige Tx-Kombos. Habe lange überlegt, was hier das beste Play ist und mich für eine inducing Fake-Blockbet entschieden mit dem Plan, jedes Raise zu snappen: Bet $130, er überlegt etwas uuuuund raist auf $570.


      Ist natürlich, wie oben beschrieben, sehr wirsch gelaufen durch das non-standard Flop-Check. Bin mir zurzeit nicht so sicher, ob das Play so in Ordnung geht dann. Was denkt ihr? Std. wäre bet, bet, bet gegen ihn, aber da kann auch jederzeit das Raise kommen.


      Nach der gestrigen Session war ich mit mnl, Joeluck und Tobi ( kA wie er online heißt :x ) noch late night im Aria Cafe und daraufhin mit mnl Blackjack spielen. Upswing geht weiter: Zum ersten Mal beim Blackjack nicht verloren. War sogar gut up, hab dann aufgehört als ich auf Startingstack zurück war :D Jetzt sind wieder unendliche Wartelisten aktiv, sodass ich erstmal ne Pool-Session einlege und dann den Abend und die Nacht durchgrinden werde.

      Bin auf eure Meinungen zur Hand gespannt. Auf geht's jetzt!
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    • Finde check absolut nachvollziehbar und betbetbet nicht wirklich Standard:) (bei gegebenen Infos)

      Turn find ich dann super, gegen so Mongos nehm ich dann auch gerne nen Stapel kleinen Chips, dann checkt er eh nicht dass das jetzt ne bewusste Overbet ist (und geh noch nen Tick höher).

      River wird dann wohl immer exploitiv und musst du den EIndruck, den du von ihm hast richtig einordnen. Denke mal in meiner tatsächlichen Range sind viele Zehner und auch einige Backdoorflushes die am Turn so loslegen,d.h. ich hab ne superstrong range und bin ziemlich protected gegen Raises. Für eine große betsize "fehlen" mir die Bluffs in meiner Range,d.h. ich werde nicht größer als 60% pot oder so betten. Ob inducamenta jetzt gegen ihn speziell max-EV ist ist schwer zu beurteilen. Gerade mit Kc werde ich aber sicher niemals auf ein Raise folden:)
    • Tut wieder gut, wenn man Bestätigung für seine Plays bekommt von Leuten, die nicht nur bei Frauen gut runnen, sondern auch beim Poker :D J/k danke für das Feedback. Gestern habe ich in einer knapp elfstündigen Session auch ein, zwei Hände mit mnl1337 besprochen und auch er hat nicht gefacepalmed, was meine Gedanken angeht. Eigentlich ein gutes Zeichen, dennoch sitze ich heute Abend alleine im Apartment, da ich mir Pokerverbot auferlegt habe.

      Ich brauche definitiv eine Pause, da im Laufe der gestrigen Session das Gefühl in mir hoch kam, dass Vegas doch lieber eher bald als spät vorbei sein sollte. Das ist natürlich sehr schade, da ich so viel für den Sommer hier investiert habe. Ich meine damit gar nicht das Monetäre, mehr den Verzicht zuhause und das Organisieren hier und dort, damit ich eben genau jetzt genau hier sitzen darf. Leider kann ich mittlerweile sämtliche Hoffnungen, halbwegs meinen Erwartungen gerecht zu werden, zu den Hoffnungen sortieren, die Bochum bald wieder in die Bundesliga aufsteigen lassen.

      Gestern habe ich meiner Meinung nach keine einzige Hand grob missplayed, aber es kam wieder wie so häufig zuletzt: Wurde der Pot groß, ging irgendwas schief. Die größten Hände der Session:


      1) AA im CO $30, BU neuer Spieler mit $1.200 Buy-in $100, SB call $100, ich $330, BU ship $1.200, SB fold, Konti Fisch findet den Fold mit den Assen nicht preflop. Doorcard: King. Run it twice habe ich noch dankend abgelehnt zuvor :)

      2) CO open :kd :8d , BU Asia-Fisch, der gerne an seinen Händen haftet, sprich: gibt nicht auf als aggressor, foldet nicht, wenn er mal was hat. SB call, BB call.

      Flop ($120): :kc :8s :2c

      Check, check, Konti $50, Asia-Fisch $150, SB call, BB fold, Konti ship ~ $1.150. Das ist zwar ein grober Ship, aber exploitive gegen den Asia-Fisch okay, denke ich. Wenn er einmal raist, sehe ich ihn kaum, was folden. Er kann da etliche Kx auf meine kleine cbet raise und Draws haben ala 78cc oder Nutflushs etc. Er tankt eine Weile und callt, SB foldet leider K2 open.

      Turn ($2.520): :qs

      River ($2.520): :td

      K8s bleibt stabil *Daumen hoch*


      Von dem Zeitpunkt an, ca. drei Stunden in die Session, war ich fast even, kam dann auch even und sogar bis zu $1.300 ins PLus an einem überragenden 5/10 Tisch. Die Besatzung hat sich kaum geändert und bis auf einen Holland-Reg, auf den ich Position hatte und der mir aus dem Weg ging, da wir bis zu 400BB deep waren, gab es only Spots. Es war also super angenehm zu grinden. Leider hat mir der Spieler zu meiner Rechten das Leben zur Hölle gemacht mit seiner grauenhaften Inkompetenz.

      Der Typ hat erstmal ALLES außer KK+ gelimpt. Range-Split? Nööö :D Er hatte aber auch häufig KK/AA, aber das ist ja gut so, denn: Er kann Overpairs nie nie nie folden. Einmal hat er QQ am BU gesqueezt und ist postflop auf T-high am Turn broke gegangen gegen obv Set oder KK+. JJ hätte er noch geschlagen, aber er shovt ja lieber über die Turnbet des Gegners, damit JJ noch folden kann für 2000BB.

      Mit dem Wissen hatte ich dann folgendes erstes Vergnügen:

      3) UTG2 $30, neuer Asia-Reg $120, Unfoldbar call $120 am BU, Konti SB :as :ks $390, alle fold bis zu Unfoldbar, der callt mit $1.050 dahinter.

      Flop ($950): :8d :9d :3c

      Ja mit dem Wissen, dass er nie nichts Overpair mäßiges foldet, stehe ich nun auf so einem Board top da.... Mnl sagt Ship geht klar, da ich 25% habe und er vllt doch ab und zu was foldet, zumindest den Split, Shove muss in ca 33% gut gehen. Wie gesagt, denke ich aber nicht, dass er TT-QQ foldet und checke daher. Er checkt behind.

      Turn ($950): :qh

      Joa, jetzt versuche ich dann mein "Glück", ihn von TT-JJ und AK zu betten mit einer kleinen Bet von $330. Das fande ich im Nachhinein keine gute Idee mehr und tendiere eher zum dreifach check/fold. Er callt auch.

      River ($1.610): :3d

      Check, check. Er hat TT.



      4) Ein paar Stunden später gab es ein ähnliches Fiasko gegen den Idioten. Vier limps vor mir, ich mal wieder :as :kd im CO $80, BU Asia-Fisch call, BB call, UTG limp call, MP limp Call, HJ Unfoldbar RAISE $380 :D:D:D:D Range: JJ/QQ. Er würde niemals KK/AA mitlimpen und schwächere Hände oder AK hat er da auch nicht. Mit all dem Deadmoney isoliere ich ihn für den Flip und würde auch pre nicht folden $2.800 deep: Raise $780. alle fold, Unfoldbar call.

      Flop ($1.880): :jh :8h :4h

      Konti ohne Herz will schon brechen, da kommt der zweite Brechreiz hoch, bevor der erste beendet ist: Unfoldbar insta-ship $2.020. Danke Ciao.

      Er hatte wohl :qh :qx sagt er und begründet: "Would've been dramatic, if I go broke with Queens twice, so I prayed you don't have a heart." Toll gespielt, Meister.


      Leider war dann mein Momentum am Tisch auch verflogen, einige Stunden Kartentod folgten, die Besatzung am Tisch änderte sich gen frühen Morgen, aber statt ausgeschlafener Regs habe ich wieder nur Fische mit limp limp limp-Ranges und 29s Defends und und und gesehen. Aber ansattt dass man dann da mal irgendwie Karriere macht, sieht man wie Fisch 1 sich zum Full House limp callt und dich auf einmal covert hat nach 15 Minuten, Fisch 2 hat in der ersten halben Stunde zweimal AA, einmal KK und ein Full House und hat dich covert, Fisch 3 limp/raist seinen Shortstack, verliert ihn, kauft full nach und check/raist dann mal deine seltene Flop-Cbet. Endgültig am Ende war ich als ein Fisch erst UTG $50 raist, meine BU 3-Bet auf $150 mit AQo bezahlt und auf einem J-high Flopdas Checkraise auspackt. In der Hand darauf limpt er UTG, ich raise 89s und barrel auf A8x x x zweimal groß und werde von AQ herunter gecallt. Kopfschuss, $700 Minus und der dringliche Bock, dass das ganze Trauerspiel bald ein Ende nimmt.
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    • Ja, er lebt noch. Ich melde mich gesund aus Deutschland zurück, das Abenteuer USA ist beendet und, ganz ehrlich, ich bin froh drum. Genau so froh bin ich aber, dass ich dieses Abenteuer gestartet habe, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, dieses Abenteuer zu starten und dass ich auf meinem Weg viele Leute an meiner Seite hatte, die das Ganze zu einem abwechslungsreichen und zumeist erfreulichen Abenteuer gemacht haben. Natürlich möchte ich euch nicht vorenthalten, wie das Ende meines Trips verlief und wie tief sich die Sonne über Miami in meinen Rücken brennen konnte.

      Nachdem ich gründlich durch meine Poker-App gescrollt habe, kann ich festhalten, dass es nach meinem letzten Post hier zunächst etwas bergauf ging: 1.335 Dollar Gewinn im Aria gefolgt von 1.690 Plus im Bellagio und weiteren 742 Dollar im Aria. Alles super! Vor allem im Aria habe ich meist nachts und am frühen Morgen überragende $2/$5 Tische vorgefunden, in denen man einfach nur mal Equity brauchte, um ganz gut in der großen Flip-Lotterie gegen einen deutschen Maniac dabei zu sein. Am 1. Juli saß ich dann acht Stunden im Aria, zunächst auch kurz mit Jan Heitmann, der schon einen netten 4k Stack akkumuliert hatte, später dann mit meinem Roommate Jens. Leider hatte ich in dieser Session enorm wenig Spielbares, doch was ich damit gemacht habe, fande ich ganz gut. Doof nur, wenn man dann wieder einen super Bluff-Spot gegen einen zu aggressiven Reg hat, dieser jedoch in die third Nuts am River rennt. "Das hat nur $300 gekostet, also halb so wild", dachte ich mir und gab just in dem Moment nochmal über $800 gegen einen weaken Spieler ab, der im 3-bet Pot mit AQ meine Outs mit 9T dodgen konnte auf 78Q T. OESD, Pair + FD reichten in dem Spot nicht und auf einmal ist man doch wieder $1.542 down. Am nächsten Tag ging es frisch motiviert ins Bellagio und schwups, war das Aria-Down wieder gelöscht: + $1.694. "Es geht doch", war so mein Fazit der letzten Tage. Ich hatte an sämtlichen Tischen das Gefühl, dass niemand anderes das Spiel tiefergehend beherrscht als ich. Mein Selbstvertrauen war einigermaßen erholt, doch letztlich ist Live-Poker nunmal ein Spiel mit extrem kurzen Gedächtnis. Selbst in sechs Wochen kannst du knechten wie Besessener und am Ende hängt dein Resultat von vereinzelten Sessions, gar sogar einzelnen Händen ab: Hält hier mal das Set gegen den Draw, kommt da mal kein König gegen deine Asse oder, andersrum, schnappst du dir mal deine Queen gegen die Könige vom Villain - kleine Exempel, die allesamt mein Vegas-Resultat von "weit hinter meinen Erwartungen" zu "es lief ordentlich" hätten korrigieren können.

      Man muss das Spiel aber im großen Blick haben, nicht in Sessions denken und den Vegas-Trip einen Trip sein lassen, der zwar am Ende ein Ergebnis aufweist, aber der wenig Aussagekraft über das eigene Vermögen aufstellt. Im Nachhinein mache ich mir den großen Vorwurf, dass ich mich zu sehr beeinflussen lassen habe von den wenigen grausamen Tagen, in denen ich EV verteilt habe wie ein Karnevalsprinz, der Kamelle in der Kölner Altstadt verstreut. Das ist die Krux am Live-Poker und das ist der Moment, in dem man wirklich Stärke zeigen muss. Aber fortan war ich meiner Meinung nach nicht mehr in der Lage A-Game zu spielen und dementsprechend holt man dann aus positiven Sessions auch nicht mehr das Maximum heraus.

      So sah ich am Abend des 4. Juli zusammen mit meinem Vermieter, seiner Freundin, Becks und Tenebrus das "große Independence-Day Feuerwerk" über Caesars Palace, bevor ich in meine letzte Vegas-Session startete. Jens hatte leider keine Kraft mehr für das Feuerwerk, da er kurz zuvor aus einer 16 (?)-stündigen NL / Stud-Session zurückkehrte. Das Feuerwerk war eher mittelmäßig, gewiss nicht schlecht, aber auch nicht das Highlight, das ich mir in Vegas-Manier erhofft hatte.




      Apropos Erhoffen: Von meinen letzten dreieinhalb Stunden Vegas-Poker habe ich mir auch mehr erhofft, als die Hälfte meiner Winnings zu radieren. Einmal mehr lief aber wenig zusammen, Value-Hände waren ebenso frequentiert wie Komplimente von Tsipras an Merkel und letztlich musste ich noch einmal $1.150 an die wenig kreativen 5/10-Spieler im Bellagio abgeben.

      Bevor ich im nächsten Teil auf meinen Florida-Urlaub eingehe, erlaube ich mir eine Einschätzung der Vegas-NL-Midstakes während dieser WSOP:

      NL 2/5: In keiner, und ich betone es noch einmal, KEINER Session saß ich an einem Tisch, an dem ich mich unwohl gefühlt habe. Anders ausgedrückt: Ich war mir sicher, jeden 2/5 Tisch, den ich vorgefunden habe, +EV zu spielen. So, das sagt der naive Lehrer, der exakt $4.000 auf 2/5 gedroppt ist. Dennoch bleibe ich bei dieser Meinung, da diese Games tatsächlich nicht mehr erfordern, als ein grundlegendes Verständnis von relativer Handstärke sowie eisener Disziplin. Disziplin im Folden von zweitbesten Händen und Disziplin im Nicht-Bluffen in augenscheinlich guten Spots. Diese Disziplin ging mir definitiv irgendwo inmitten meiner Reise abhanden, da ich doch zu häufig geblufft habe für dieses Limit. Traurigerweise habe ich aber auch einige Folds gemacht, die anscheinend am Rande einer Straftat waren. Sets sind immer Nuts auf 2/5, merkt euch das!

      NL 5/10: Die meiste Pokerzeit habe ich an Bellagios 5/10 Tischen verbracht. 120 Stunden mit $4.336 Gewinn entspricht $36 pro Stunde. Das ist ein Wert, der für 5/10 definitiv zu gering ist, denke ich. Vorab habe ich mit $50 pro Stunde gerechnet und dabei 2/5 mit einbezogen. Im Nachhinein denke ich weiterhin, dass gerade die capped 5/10 Games im Bellagio sehr gut zu spielen sind. Hier bedarf es einiger Anpassung gegenüber dem standard 2/5 Tisch: Es wird erheblich mehr gesqueezt und deutlich aggressiver preflop und postflop aggiert. Ganz im Ernst: Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich lieber an einem reg-verseutchten Tisch saß als mich mit drei random-Fischen abzufinden. Warum? In einem 150BB Cap-Game kann es nicht +EV sein, ATo zu 5bet/callen preflop. Aber von dieser Sorte rannten während der WSOP einige Jungs rum, die viel zu light, viel zu aggro unterwegs waren. Gegen diese Donks muss man einfach die Varianz ins Abendgebet einnehmen und dann fröhlich 60%+ Equity callen und callen und nochmal callen. In den anderen 5/10 Partien im Wynn, Aria oder Venetian sah es ähnlich aus: Einfach geduldig darauf warten, dass entweder ein Reg oder einer der deep-sitzenden Spots durchdreht und den Call-Button nicht loslassen. Es klingt so einfach, doch irgendwie ist es manchmal gar nicht so einfach, die entsprechenden Hände zu haben. Auf 5/10 war ich viel viel viel zufriedener mit meinem eigenen Spiel, gerade postflop habe ich zum Teil Lines gewählt, die mir gutes Auszahlung gebracht haben, weil Gegner einem "nach Reg aussehenden" Gegner einfach auch null Credit für Valuehände geben.

      Nochmal, abschließend: Es kann wirklich so einfach sein, aber man muss Ausdauer und mentale Stärke mitbringen für die Tage, in denen Hände fehlen oder regelmäßig kaputt gehen. Ich möchte hier am Ende nicht als der weinende Junge da stehen, der wie 96% aller anderen Spieler einfach nur Pech hatte, obwohl er doch so toll dieses Poker spielt. Deshalb betone ich auch noch einmal, dass mein Spiel gerade in der zweiten Hälfte meines Vegas-Trips fernab vom A-Game war und dass ich deutlich mehr EV hätte generieren können. Dennoch denke ich, dass ich verstanden habe, wie es gehen kann und dass ich besser abschneiden könnte als ich es dieses Jahr getan habe.

      Wer weiß, ob und wann ich noch einmal diese Gelegenheit bekomme? Time will tell. Ich danke euch für das aufmerksame Mitlesen des Blogs! Der Florida-Part folgt schon bald :)
      WSOP 2015 - Der Live-Poker Tripreport aus Las Vegas: pokermarket.com/forum/thread/302-konti-does-wsop/
    • Ja aber hallo Pokermarket, irgendwie war nach meiner USA-Reise auch schon vor meiner Lehrer-Reise. Mittlerweile gehen wir auf die Weihnachtsferien zu und ich muss rekapitulieren, dass mir aufgrund diverser Freizeitaktivitäten und beruflicher Verpflichtung recht wenig Zeit über blieb, um Poker zu spielen geschweige denn hier zu posten. Die gute Nachricht ist jedoch, dass in mir immer noch dieser Feuer lodert, das die Synapsenfriedhöfe der Hohensyburg um ihr überschüssiges Geld bringen möchte.

      Seit Vegas war ich neun Mal Poker spielen, allein vier Mal in den letzten zwei Wochen. Der Trend des Live-Pokers in Dortmund ist leider stark absteigend, finde ich. Unter der Woche gibt es keine Garantie, dass ein 2/5 Tisch zustande kommt und Freizeitspieler mit großem Portmonee laufen mittlerweile geradewegs am NL-Bereich vorbei, um sich im PLO-Game von einigen Regs vergewaltigen zu lassen wie minderjährige Prostituierte in Bangkok.

      Was bleibt, sind NL-Partien, die ohne große Action aber immerhin auch ohne Gegenwehr stattfinden. Bei dem absurden Rake sowie einigen anderen Änderungen im Casino-Management (Parkticket 3,80€ und bald wieder 5€ Eintritt Pflicht) werden am Ende des Abends auf lange Sicht wenige Spieler groß verdienen. Für mich als Hobbyspieler ist es okay, ab und an die teuren Nebenkosten in Kauf zu nehmen, um mit positiver Gewinnerwartung in den Ring zu steigen, aber wenn man darauf angewiesen ist, dann ist Dortmund schon bald keine Alternative mehr, befürchte ich. Es sei denn, man beschäftigt sich mit PLO und ist bereit, sich der immensen Varianz gegen die 1.000 BB-Regs auszusetzen. Ich bin diesbezüglich definitiv nicht weit genug mit meinem PLO-Wissen, werde es aber weiter verfolgen, denn wie sagte Stromberg so schön?

      Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.


      In dem Sinne, bis bald ihr streikenden Online-Legenden!
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