Krach-Bumm-Ente Mindset-AMA

    • Krach-Bumm-Ente Mindset-AMA

      Hi,

      hier ein AMA für alles zum Thema Mindset (und PLO micro- bis smallstakes).
      Warum mit mir?
      Ich beschäftige mich seit Jahren mit Psychologie in kompetitiven Bereichen, angefangen im Leistungssport (schon im Jugendbereich) bis hin zu jetzt Poker. Ich studiere Psychologie im Master und werde meine Masterarbeit an der Brown University zum Thema Mindfulness schreiben. Mindfulness ist der Ansatz, den ich in meinem Mindset-Coaching verfolge und von dem ich 100% überzeugt bin. Es gibt immer mehr Literatur und Forschung zum Thema und das ganze erlebt derzeit einen kleinen Boom. Mit meinem Coaching möchte ich das Thema einfach und verständlich und dennoch aber auch gründlich vermitteln. Leider wird Mindfulness immer mehr auch unvollständig oder schlicht falsch vermittelt, vor allem in Populärliteratur und von Leuten, die damit schnelles Geld verdienen möchten. Dem möchte ich entgegenwirken und das ganze seriös, wissenschaftlich fundiert und präzise anbieten.

      Fragt einfach los!
    • hoffe AMA heisst ask me anything :D

      Gut Dann: Ich habe folgendes "problem". Also mein Mindset ist reltiv strong. Aber iwann in der Session, wenn ich down gehe oder suckouts bekomme, schalte ich von A Game manchmal in nen D-Game Autopilot um... also da werden mal 40BB mit 88 gepushed und nur son shice( der Gedanke "he bust or double up!!") ... spiele btw MTTs!

      Dies passiert nicht so oft, aber aller paar Sessions kommts mal vor!! Is ja nicht wie bei CG wo ich abbrechen kann, sondern ich muss die Turniere iwie vernünftig zu Ende spielen!

      Es ühlt sich fast bisschen an wie besoffen "Zocken"(!) Auch wenn es nur aller 20 Sessions vorkommt, muss ich es abschalten! Muss zugeben, wenn ich auf Weed bin, dann habe ich das Problem nicht! Aber soll ja nicht die Lösung sein!

      Hoffe das ganze ist On Topic und die legendäre Krach-Bumm-Ente kann ma helfen :D
    • Sehr geil!
      Werden auf jeden Fall Fragen von mir kommen! Hab gerade nix konkretes im Kopf, aber das kommt sicher noch :)

      Hatte bislang schon ein wenig was mit Psychologie zu tun. Zum einen durch meinen alten Job im Vertrieb, wo es zu irgendwelchen Motivationsseminaren ging und ich auch einige Bücher zum Lesen in die Hand gedrückt bekommen habe. Ich denke mal, das ist das, was du mit Populärliteratur und so meinst. Gab da schon einige Dinge, wo ich doch vieles sehr kritisch sehe und auch im (ehemaligen) Bekanntenkreis bekomme ich sehr viel von - ich formuliere es jetzt einfach mal krass - "Gehirnwäsche" im Bereich Vertrieb, usw. mit. Dennoch waren da auch immer ein paar interessante Ansätze dabei und nicht alles war nur Gerede und Manipulation. Bin da manches Mal einfach sehr hin und her gerissen, ob ich X jetzt cool finden soll oder ob das einfach nur Bullshit-Marketing-Gelaber ist und ob Z jetzt seine Thesen wirklich so vertritt oder das einfach nur runtergeschrieben hat, weil es sich gut verkauft.

      Ist natürlich auch ein sehr eigenes Feld von Psychologie. So Sachen wie Meditieren, usw. finde ich auch sehr interessant, wollte mir jetzt aufgrund eroticjesus' Blog auch die Headspace App mal aufs Handy laden und so.
      Wie gesagt, kommen sicher noch ein paar konkrete Fragen von mir und finds cool, hier so einen Mindset AMA Thread von dir zu haben. Kenne von dir ja auch schon richtig coole Posts auf ps.de! :)
    • fiveseven wrote:

      Gut Dann: Ich habe folgendes "problem". Also mein Mindset ist reltiv strong. Aber iwann in der Session, wenn ich down gehe oder suckouts bekomme, schalte ich von A Game manchmal in nen D-Game Autopilot um... also da werden mal 40BB mit 88 gepushed und nur son shice( der Gedanke "he bust or double up!!") ... spiele btw MTTs!

      Dies passiert nicht so oft, aber aller paar Sessions kommts mal vor!! Is ja nicht wie bei CG wo ich abbrechen kann, sondern ich muss die Turniere iwie vernünftig zu Ende spielen!
      Das Problem hast du schon erkannt, es ist Autopilot. Ich beschreibe es auch immer gerne so, als würdest du einfach die Kontrolle verlieren und zumindest für kurze Zeit "fremdgesteuert" sein.
      Gibt es irgendwelche besonderen Auslöser für solche Plays? Du schreibst bei Suckouts oder wenn du down gehst, andererseits kommt es wohl nur selten vor. Suckouts bekommt man ja aber regelmäßig. Eventuell hilft es da, sich nach einem suckout kurz wieder aufrecht hinzusetzen, sich den suckout und die möglichen Folgen bewusst zu machen und dann konzentriert weiterzuspielen und besonders in den folgenden Händen jede einzelne Entscheidung durchzudenken (du kannst dich auch zwingen, einige Sekunden zu warten, bis du dein play machst).
    • Hey Krach-Bumm-Ente,
      mich würde interessieren was eine gute Cool-Down-Routine nach dem spielen ist und wie lange es dauert bis das Gehirn sich nach einer Session wieder so erholt hat, dass ich wieder spielen kann bzw. wie ich die Zeit zwischen den Sessions am besten nutze um möglichst wieder hochkonzentriert zu sein.

      Spiele NL100 6max, 4 Tische, Session meist zwischen 60-90 Minuten
    • Hi.. danke für diesen Thread. Für wie wichtig erachtest du WarmUps ? Da gibt es ja doch sehr versch. Herangehensweisen und auch verschieden lange WarmUps. Also z.b. sollte ein Warmup eher kurz und oberflächlich sein (also z.B. Ranges überfliegen und Sessiongoals verbalisieren), oder doch eher intensivere Rangeanalysen für einen Spot. Ziel ist ja möglichst schnell in einen relaxten, fokussierten Flow-State zu kommen. Womit hast Du da gute Erfahrungen gemacht ?
    • krach-bumm-ente wrote:

      Das Problem hast du schon erkannt, es ist Autopilot. Ich beschreibe es auch immer gerne so, als würdest du einfach die Kontrolle verlieren und zumindest für kurze Zeit "fremdgesteuert" sein.
      Gibt es irgendwelche besonderen Auslöser für solche Plays? Du schreibst bei Suckouts oder wenn du down gehst, andererseits kommt es wohl nur selten vor. Suckouts bekommt man ja aber regelmäßig. Eventuell hilft es da, sich nach einem suckout kurz wieder aufrecht hinzusetzen, sich den suckout und die möglichen Folgen bewusst zu machen und dann konzentriert weiterzuspielen und besonders in den folgenden Händen jede einzelne Entscheidung durchzudenken (du kannst dich auch zwingen, einige Sekunden zu warten, bis du dein play machst).
      Ich verafalle da iwie in so ein Starren! und dann klick ich bloss noch "wild herum". Glaube es legt sich wirklich, wenn ich mal ein paar sekunden aufstehe umher laufe und dann kann ich mich wieder konzentrieren!
    • epicfail86 wrote:

      Hey Krach-Bumm-Ente,
      mich würde interessieren was eine gute Cool-Down-Routine nach dem spielen ist und wie lange es dauert bis das Gehirn sich nach einer Session wieder so erholt hat, dass ich wieder spielen kann bzw. wie ich die Zeit zwischen den Sessions am besten nutze um möglichst wieder hochkonzentriert zu sein.

      Spiele NL100 6max, 4 Tische, Session meist zwischen 60-90 Minuten
      Ich halte solche Routinen für ein bisschen überbewertet um ehrlich zu sein (v.a. cool-down und gerade bei eher kurzen und wenig intensiven Sessions wie bei dir, warmup s. unten). Wenn es nur um Pausen zwischen den Sessions geht würde ich empfehlen, dass du versuchst möglichst viele Nährstoffe ins Gehirn zu bringen - vor allem Sauerstoff. Frische Luft ist das Allerwichtigste. Am besten auch die Augen mal weg vom Monitor, etwas in die Ferne schauen damit du nicht den ganzen Tag nahfokussierst. Anonsten die Grundregeln was Ernährung angeht beachten, viel Wasser trinken und dann bist schon gut aufgestellt.

      el-p wrote:

      Hi.. danke für diesen Thread. Für wie wichtig erachtest du WarmUps ? Da gibt es ja doch sehr versch. Herangehensweisen und auch verschieden lange WarmUps. Also z.b. sollte ein Warmup eher kurz und oberflächlich sein (also z.B. Ranges überfliegen und Sessiongoals verbalisieren), oder doch eher intensivere Rangeanalysen für einen Spot. Ziel ist ja möglichst schnell in einen relaxten, fokussierten Flow-State zu kommen. Womit hast Du da gute Erfahrungen gemacht ?
      Ich weiß nicht wie viel Erfahrung du schon hast, so Dinge wie allgemeine Ranges sind bei mir eigentlich immer drin, da brauch ich keinen Refresher. Auch sonst könnte sich ein intensives Beschäftigen mit Theorie vor einer Session durchaus auch negativ auswirken, wenn das dann mit den aktuellen Händen interferiert. Das können Fehler sein, die du in deiner Voranalyse entdeckst und auf die du dann so sehr achtest, dass du einen Tunnelblick entwickelst und viel anderes unter den Tisch fällt. Das kann auch ein bias sein hin zum aktiven Suchen von Spots ähnlich zu dem von dir analysierten damit du deine Erkenntnisse anwenden kannst - oft sind diese Spots dann aber doch nicht so ähnlich wie du es gerne hättest, und im Übereifer "das hab ich ja gerade analysiert!" übersiehst du wichtige Details.
      Ich persönliche bediene mich nur einem reinen Mindset-Warmup (kurze Meditation) und fokussiere mich dann voll und ganz auf die aktuelle Session, anstatt mich an mitunter aufwändigen Warmups aufzuhalten.
    • Wie würdest du das Prinzip von Mindfulnes zusammenfassen ?
      Welche Vorteile bietet es gegenüber anderen Ansätzen ?
      Wie denkst du, kann man seine Konzentration allgemein verbessern, bzw. seine Konzentrationsspannen verlängern ? Gibt es da ein bestimmtes Training für ?

      Schonmal thx, wird bestimmt nen guter Thread ! :)
    • leipos wrote:

      Keine Ahnung ob es hier passt, aber kannst du deine Erfahrungen bzgl verschiedener Meditationstechniken teilen? Bzw wo genau liegt der Unterschied zwischen Mindful, Tranzendaler, usw. Welche praktizierst du?
      Klar passt das. Also ich habe wenig bis keine Erfahrung mit so Dingen wie transzendentaler Meditation oder loving kindness Meditation. Im Grunde geht es bei allen Arten um das gleiche (mindful zu sein), wobei in der Wissenschaft zwischen Samatha (focused attention) und Vipassana (open monitoring) unterschieden wird. Bei FA konzentriert man sich auf eine Sache, oft ist das die Atmung, kann aber auch eine Kerze oder alles andere sein. Studien finden für FA Meditation mehr top-down Kontrolle was Aufmerksamkeit angeht, d.h. man ist fokussierter und hat mehr "Steuerung", allerdings folgt daraus z.B. auch ein größerer attentional blink (das ist eine kurze Zeit von Unaufmerksamkeit nachdem man etwas entdeckt hat. Im Labor werden ganz schnell Buchstaben präsentiert wobei man z.B. bei einem E eine Taste drücken soll. Wenn kurz nach dem E noch eins kommt übersieht man das oft, das ist attentional blink und der ist bei FA etwas länger).
      OM Meditation ist offen und man nimmt wahr, was auch immer gerade geschieht oder was für Gedanken auftauchen. Das ist eher eine parallele Verarbeitung von Reizen mit weniger Kontrolle, was z.B. in kürzerem attentional blink resultiert. Die Leistung in divergentem Denken wird bei OM besser, in konvergentem Denken bei FA. Wobei das auch wie vieles sich weniger bemerkbar machen wird als es sich jetzt anhört. Ich denke eine Mischung aus beidem ist optimal. Auch im Vipassana wird "for a sharp mind" erst FA geübt und dann zu OM übergegangen.

      cemu wrote:

      Wie würdest du das Prinzip von Mindfulnes zusammenfassen ?
      Welche Vorteile bietet es gegenüber anderen Ansätzen ?
      Wie denkst du, kann man seine Konzentration allgemein verbessern, bzw. seine Konzentrationsspannen verlängern ? Gibt es da ein bestimmtes Training für ?

      Schonmal thx, wird bestimmt nen guter Thread ! :)
      Mindfulness ist ein sehr vager Begriff. Eine gängige Definition ist "paying attention to the present moment, on purpose, without judgement". Also eine bewusstes, nicht-wertendes Wahrnehmen des gegenwärtigen Moments.
      Vorteile sind vielfältig, bessere Konzentrationsleistung, bessere Aufmerksamkeitsleistung, bessere Vigilanz, besseres divergentes/konvergentes Denken, mehr Kreativität, mehr emotionale Stabilität... da gibt es vieles, allerdings ist hier etwas Vorsicht geboten. Wer mindfulness übt um damit die angesprochenen Effekte zu erzielen lebt in der Zukunft (weil er ja in der Zukunft diese Effekte erwartet), und das widerspricht dem Konzept vom Hier und Jetzt. Mindfulness bedeutet loslassen von allen Wünschen und Vorstellungen und komplettes Eintauchen in den Moment, dann wird völlig egal wie gut du performst, du bist frei von outcomes und bist nicht wertend. Alles ist perfekt so wie es kommt. Das ganze hat halt den Nebeneffekt, dass dann aber alles besser läuft und du die "gewünschten" Resultate erreichst.
    • Find es zuerst mal Super das er hier solche AMA-Threads von sehr erfahrenen Pokerspielern gibt :thumbsup:

      Hab auch eine Frage dazu.
      1. Fehler: ich halte mein Mindset grundsätzlich für ganz gut X/
      2. Trotzdem plagen mich oft arge Chasing-Gedanken ;(

      Ich hab mir für mich schon verboten während der Session den Graphen anzuschauen. Aber man hat es ja im Gefühl, dass man hinten/vorne ist. (Ich zumindest da ich als Fisch nur 2-3 Zoomtische NL16 spiele). Und wenn ich denke ich bin Richtung 2 Stacks down dann schau ich es mir doch wieder an. Und sobald ich einmal reingeschaut habe kontrollier ich alle gefühlten 3 Hände wies aussieht. Nervt und ist sicher nicht optimal für mein Game.
      Also wo ist der Knopf um das abzuschalten? (ganz vereinfacht gefragt)
    • Hallo, ich heiße Hans und ich habe ein Mindestproblem. :D
      Ich grinde relativ viel und muss mir nicht wirklich Gedanken um BRM machen.
      Habe mir jetzt überlegt meinen Graph nur mehr anzusehen, wenn ich im plus bin. Wenn ich im minus bin, einfach wegklicken und schlafen gehen.
      Grund: Ich bin obv. happy wenn ich paar $ gewonnen habe und wenn ich down bin (egal ob über/unter EV oder wegen schlechtem spiel/trotz gutem spiel)
      fang ich immer an, an mir selbst zu zweifeln und die Lust zu grinden lässt nach.
      Hab dann oft gar keine Lust mehr mit an den PC zu sitzen und gehe auch mit einer defensiven Haltung an die Tische
      (möglichst wenig große Pötte mit marginalen Händen, weniger bluffen, etc.) weil ich nicht wieder einen "minus-Tag" haben will.
      Wenn ich im plus bin, geh ich mit breiter Brust an die Tische und will zerstören ^^

      Sollte sich wer fragen wie das funktionieren soll: Ich hab mir ein custom stat erstellt in PT4, dass mir im graphen anzeigt ob ich im + oder im - bin.

      Macht sowas Sinn, oder sollte ich ganz wo anders ansetzen um dieses Problem zu beseitigen?
    • easunclesam wrote:

      Find es zuerst mal Super das er hier solche AMA-Threads von sehr erfahrenen Pokerspielern gibt :thumbsup:

      Hab auch eine Frage dazu.
      1. Fehler: ich halte mein Mindset grundsätzlich für ganz gut X/
      2. Trotzdem plagen mich oft arge Chasing-Gedanken ;(

      Ich hab mir für mich schon verboten während der Session den Graphen anzuschauen. Aber man hat es ja im Gefühl, dass man hinten/vorne ist. (Ich zumindest da ich als Fisch nur 2-3 Zoomtische NL16 spiele). Und wenn ich denke ich bin Richtung 2 Stacks down dann schau ich es mir doch wieder an. Und sobald ich einmal reingeschaut habe kontrollier ich alle gefühlten 3 Hände wies aussieht. Nervt und ist sicher nicht optimal für mein Game.
      Also wo ist der Knopf um das abzuschalten? (ganz vereinfacht gefragt)
      Den ersten Fehler hast du ja schon entdeckt ;) andererseits sollte man auch ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln und sich nicht schlechter machen als man ist, d.h. wenn dein Mindset tatsächlich gut ist dann kannst du das durchaus auch so sehen. Es geht darum ehrlich zu sich selbst zu sein.
      Zu der Sache mit chasen und graph gucken: Dieses Verbot den Graph anzuschauen ist mMn keine gute Lösung, denn du behandelst damit ja nicht die Ursache des Problems- deinen Wunsch draufzuschauen. Damit machst du es dir sogar noch schwieriger, weil du dann noch mit dir selbst kämpfst und wenn du doch schaust fühlt es sich wie eine Niederlage an.
      Ich halte es für sinnvoller dem Problem an sich auf den Grund zu gehen. Wichtig ist, dass du lernst dich auf den jetzigen Moment zu konzentrieren und die Hände, die du JETZT GERADE spielst. Bereits gespielte Hände sind schon vorbei und du kannst nichts ändern, beschäftige dich mit denen, auf die du noch Einfluss hast. Daran muss man arbeiten und das dauert auch ein bisschen, mit einem Post kann man das leider nicht lösen.

      mukzr wrote:

      Hallo, ich heiße Hans und ich habe ein Mindestproblem. :D
      Ich grinde relativ viel und muss mir nicht wirklich Gedanken um BRM machen.
      Habe mir jetzt überlegt meinen Graph nur mehr anzusehen, wenn ich im plus bin. Wenn ich im minus bin, einfach wegklicken und schlafen gehen.
      Grund: Ich bin obv. happy wenn ich paar $ gewonnen habe und wenn ich down bin (egal ob über/unter EV oder wegen schlechtem spiel/trotz gutem spiel)
      fang ich immer an, an mir selbst zu zweifeln und die Lust zu grinden lässt nach.
      Hab dann oft gar keine Lust mehr mit an den PC zu sitzen und gehe auch mit einer defensiven Haltung an die Tische
      (möglichst wenig große Pötte mit marginalen Händen, weniger bluffen, etc.) weil ich nicht wieder einen "minus-Tag" haben will.
      Wenn ich im plus bin, geh ich mit breiter Brust an die Tische und will zerstören ^^

      Sollte sich wer fragen wie das funktionieren soll: Ich hab mir ein custom stat erstellt in PT4, dass mir im graphen anzeigt ob ich im + oder im - bin.

      Macht sowas Sinn, oder sollte ich ganz wo anders ansetzen um dieses Problem zu beseitigen?
      Hallo Hans :)
      Hier gilt eigentlich das gleiche wie bei easunclesam auch: Du versucht mit oberflächlichen Mitteln ein tieferliegendes Problem zu bekämpfen. Das Problem ist auch hier die Abhängigkeit vom Ergebnis. Und zwar nicht nur, dass du unhappy bist wenn du verlierst, sondern auch, dass du happy bist wenn du gewinnst. Beides ist Ergebnisabhängigkeit. Auch hier solltest du imo daran arbeiten vom Ergebnis an sich unabhängig zu werden bis zu dem Punkt, wo du nicht mehr auf den Graphen schaust weil es dir völlig egal ist ob da + oder - steht. Alles andere macht dich zum Fähnchen im Wind und es wird immer wieder zu Reibungen kommen.
    • Denkst du an das Ergebnis bzw. bist du von ihm beeinflusst ist das ein Denken an die Vergangenheit. Die Hände sind bereits gespielt, sie sind nicht mehr aktuell. Aktuell ist das, was jetzt gerade in diesem Moment geschieht. Richtest du deine ganze Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment und lebst dein Leben in der Zeit, in der es stattfindet, also im Jetzt, ist da kein Raum mehr für Ergebnisabhängigkeit.
      Das ist aber nichts, was du intellektuel verstehen musst (das kann man verstehen, man kann aber auch Widerstände entwickeln - "aber meine dezimierte Bankroll ist auch im jetzigen Moment da"), sondern du musst es leben. Versuche es nicht mit dem Verstand zu sezieren um zu schauen ob du zustimmst oder nicht, fang einfach an den Moment zu leben. Du wirst im Verstand-Modus, der dual denkt und alles kategorisieren will, nie an einen Punkt kommen, wo dir signifikante losses egal sind. Wir sind ja sogar so gestrickt, dass uns der Verlust von x Dollar schlimmer erscheint als der Gewinn von x Dollar positiv erscheint. Das ist in uns hardwired und auf der selben Ebene, auf der es operiert, kaum bis gar nicht zu bewältigen.
    • Die Entscheidungen und Ergebnisse der Vergangenheit (welche ja nicht mehr abänderbar sind) haben uns aber an den Punkt geführt an den wir uns im Jetzt gerade befinden.
      Pokertechnisch gesehen sollte man daher die Vergangenheit mMn doch beachten um daraus für die zukünftigen Entscheidungen lernen zu können. DIe Schwierigkeit dabei wird jedoch sein das emotionslos zu betrachten und sich nicht wieder beim Review über das schlechte Play ärgern sonder es als Chance zu sehen sein Spiel zu verbessern.

      Ich hab das jetzt eigentlich für mich geschrieben um es für mich zu verinnerlichen und zukünftig zu beherzigen.
    • easunclesam wrote:

      Die Entscheidungen und Ergebnisse der Vergangenheit (welche ja nicht mehr abänderbar sind) haben uns aber an den Punkt geführt an den wir uns im Jetzt gerade befinden.Pokertechnisch gesehen sollte man daher die Vergangenheit mMn doch beachten um daraus für die zukünftigen Entscheidungen lernen zu können. DIe Schwierigkeit dabei wird jedoch sein das emotionslos zu betrachten und sich nicht wieder beim Review über das schlechte Play ärgern sonder es als Chance zu sehen sein Spiel zu verbessern.

      Ich hab das jetzt eigentlich für mich geschrieben um es für mich zu verinnerlichen und zukünftig zu beherzigen.

      Jein.
      Die Fähigkeiten und Erfahrungen hast du ja und letztlich ist es egal, ob du dir die über die letzten Jahre erworben hast oder ob letzte Nacht eine gute Fee kam und die dir gegeben hat. Klar, ist nicht ganz das gleiche, aber KBEs Ansatz zielt einfach darauf ab, die Vergangenheit wirklich Vergangenheit zu lassen und im Jetzt zu leben, was ich auch ziemlich cool finde. Ist ein bisschen wie mit den Karten, Würfeln, usw. ... wenn der letzte Flop drei Clubs gebracht hat, ist das für den nächsten Flop völlig irrelevant. Wenn du fünmal hintereinander eine 6 gewürfelt hast, ist das für den nächsten Wurf völlig irrelevant. Also auch: Wenn du in den letzten 3 Händen 3 Stacks verloren hast, ist auch das für die nächste Hand völlig irrelevant.