Auf dem Weg zum Gewinner im Online Poker - Part III - Bankroll-Management

    • Auf dem Weg zum Gewinner im Online Poker - Part III - Bankroll-Management

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      Dieses berühmte Zitat von einem der erfolgreichsten Multi-Milliardär-Investoren unserer Zeit lässt sich auf so ziemlich alles in diesem Leitfaden anwenden. Der Kontext des Zitats trifft aber vor allem auf dieses Kapitel zu. Es gibt viele Risiken für Beginner die nur sehr schwer vermeidbar und zu meistern sind und die Ursache stammt vom "nicht wissen was man tut", weil man ja immer noch dabei ist zu lernen wie man es schafft. Fehler zu machen und somit das Risiko bankrott zu gehen zu erhöhen ist einer der großen Faktoren der einen Anfänger auf dem Weg zum Erfolg im Online Poker blockiert. Das ist traurig, denn mit einem gewissen Maß an Wissen und Planung lässt sich dieses zusätzliche Risiko leicht vermeiden und negieren.

      Ich glaube das die meisten Anfänger wenn sie sich die Struktur dieses Leitfadens ansehen denken werden, dass das Bankroll-Management das Kapitel ist bei dem sie schon ziemlich gut sind, weil es einfach ist und weil man sich nur einmal damit befassen muss um das Wissen anzusammeln um das Thema für alle Zeit zu meistern. Diese Anfänger haben Recht damit das man leicht die Grundlagen des Bankroll-Managements erlernen kann, sie liegen aber völlig falsch mit der Ansicht wenn sie glauben man müsste sich nicht ständig mit dem Bankroll-Management befassen und es ist eine einmalige Angelegenheit und regelmäßiges Befassen damit ist nicht benötigt.
      Ein Poker-Spieler der nicht konstant sein Spiel evaluiert und justiert nach den Begebenheiten seines Bankroll-Management-Rahmens ist ein Narr. Das Bankroll-Management ist unser Sicherheitsnetz, es zu meistern bedeutet eine gute Balance zwischen Risiko-Vermeidung und zu großem Risiko zu finden. Die Fähigkeit sich selber und seine Vermögenswerte im Poker zu beurteilen um sich in die Position zu manövrieren bei der man den eigenen Gewinn maximiert im Verhältnis zum gewählten Risiko, also die maximale Kapitalrendite für das investierte Geld und die investierte Zeit zu finden ist der Schlüssel zum Erfolg. Also nehmt euch das Kapitel zu Herzen, vor allem in den frühen Stufen des Werdegangs im Poker mag euch das vorm Bankrott bewahren.


      Die Rolle von Varianz und Deviation in der Risiko-Abschätzung


      Es gibt zwei bedeutende Faktoren außerhalb der Kontrolle eines Pokerspielers die wichtig sind: Varianz und Deviation. Abhängend von der gespielten Variante können diese Faktoren größeren oder kleineren Einfluss haben und sind der Schlüssel zu einer guten Risiko-Abschätzung, die uns dabei hilft die Parameter und Bedingungen an unser Bankroll-Management festzulegen.

      Varianz ist der Begriff den man benutzt um die Unstimmigkeit zwischen dem was man gewinnt oder verliert und dem was man gewonnen oder verloren hätte, wenn man im genauen Mittel aller vom Glück abhängenden Faktoren außerhalb der eigenen Kontrolle gespielt hätte. Diese Glücks-abhängigen Faktoren sind Dinge wie Karten-Verteilung, Board-Ausläufe, wie oft man jemanden coolered oder von jemandem gecoolered wird in einem bestimmten Handanzahl-Rahmen unabhängig vom taktischen Geschick und wie oft sich diese Fallen einstellen zur einen oder anderen Seite des Spektrums gemehrt. Eine Anzahl kleinerer Faktoren kommt noch in den Sinn, aber die genannten sind die größten Glücks-abhängigen Faktoren. Man könnte so Dinge noch zufügen wie die Häufigkeit die ein Gegner gegen uns tiltet im Vergleich zur Allgemeinheit, was sich halt kaum rationalisiert und empirisch erfassen lässt, aber das Ergebnis durchaus beeinflussen kann.
      Also wird Varianz nicht nur dazu verwendet als Bezeichnung für "das Laufen unter Erwartungswert(EV)", weil der EV sich nur auf einen Teil dieser Faktoren bezieht, stattdessen beschreibt Varianz den Einfluss aller Faktoren außerhalb der völligen oder teilweisen Kontrolle des Spielers und ihren Einfluss das Ergebnis vom theoretisch optimalen Mittelwert abweichen zu lassen, würde es nur Faktoren die komplett unter der Kontrolle des Spielers stünden. Schwierige Formulierung, noch einmal gerafft: Varianz ist die Summe aller Faktoren außerhalb der völligen Kontrolle des Spielers und die die resultierende Deviation (Abweichung) vom Ergebnis ergeben, das enstehen würde wenn keine Varianz erfahren würde.

      Wir müssen also die Varianz quantifizieren um uns ein Bild von der durchschnittlichen Deviation (also der Abweichung vom Varianz-befreiten Mittelwert) für unsere Variante und unsere Spielumgebung zu machen. Varianz-Faktoren diktieren somit immer die Größe der Deviation für unsere Variante und wie viel man im Durchschnitt erfährt.
      Somit gesehen auf eine bestimmte Anzahl von gespielten Händen, erhält man Parameter wie zum Beispiel seine durschnittliche Gewinn-Rate, die besagt wie viel man im statistischen Mittel gewonnen hätte. Nun muss man eine Abschätzung machen wie viel Varianz in der gespielten Variante und Umgebung steckt in der man spielt und damit kann man dann auch beurteilen wie weit das Ergebnis deviieren(also abweichen) kann vom statistischen Mittel für die entsprechende Anzahl an gespielten Händen.

      Während man eine "EV-Gewinnrate", also eine varianzbefreite Gewinnrate, als Basis hat, würde man nun hergehen und eine gewisse Anzahl an Varianz-Parametern einrechnen und am Ende eine Anzahl von Werten einer wahren Gewinnrate erhalten, die durch das Einbringen von Varianz-Faktoren mit unterschiedlichem Ausmaßen entstanden sind.
      Also wird die wahre Gewinnrate immer fluktuierend um das statistische Mittel der EV-Gewinnrate sein und es ist nicht so das der Ausschlag in beide Richtungen des Spektrums um das statistische Mittel gleichwertig sein muss. Also das Intervall der möglichen Ergebnis-Gewinnraten könnte mehr auf der Plus oder der Minus-Seite gewichtet sein, abhängig von der Variante und deren Varianz und dem Verhältnis aus eigener Fähigkeit im Vergleich zur Fähigkeit des Gegners. Das ist wichtig zu realisieren. Es ist nicht korrekt anzunehmen das jeder Spieler über die identische Handsample mit dem gleichen Wert an Varianz konfrontiert wird und somit ein identisches Deviations-Intervall aus möglichen wahren Gewinnraten erhält. Es ist sogar Fakt das ein Spieler mit mehr Fähigkeit, also einer höheren EV-Gewinnrate ein viel geringeres Deviations-Intervall erhält, dessen positive Ergebnis-Lastigkeit dazu führt, dass das Deviations-Intervall in Bezug auf die EV-Gewinnrate positiv nach oben verschoben ist. Während ein schlechterer Spieler mit einer kleineren EV-Gewinnrate ein viel größeres Deviations-Intervall erzeugt, dass dann im schlimmsten Falle sogar negative Ergebnis-Lastigkeit entwickelt und somit das Deviations-Intervall in Bezug auf die EV-Gewinnrate in den negativen Bereich verschiebt.


      Simulation der Varianz und Deviation zum Erfassen korrekter Bankroll-Limitationen


      Um dieses Thema komplett nachzuvollziehen würde ich vorschlagen einige Simulationen mit dem Varianz-Kalkulator von pokerdope.com durchzuführen: pokerdope.com/poker-variance-calculator/

      Der Simulator ist recht intuitiv konzipiert, aber lasst mich trotzdem ein wenig erklären wie man ihn benutzt.
      Oben findet man mehrere Eingabefelder die es einem ermöglichen die Parameter, die man untersuchen möchte einzustellen. Die "Observed winrate" (also die beobachtete Gewinnrate) ist völlig optional, sie steht für die größte beobachtete Gewinnrate in einem Feld von Spielern für die untersuchte Variante und Umgebung, also für das gegebene Szenario. Lasst es leer oder belasst es beim eingestellten Standard-Wert von 10 BB/100. "Standard deviation" (Standard-Abweichung) bedeutet wie viele Big Blinds (BB) man im Durschnitt abweicht von der EV-Gewinnrate über eine gegebene Hand-Anzahl. Wenn man den Zeiger über das "?" dahinter schiebt zeigt es vorgeschlagene Werte für entsprechende Standard-Varianten. Diese sollten als Richtwerte interpretiert werden und man kann damit beginnen diese schwanken zu lassen um sich dann anzusehen was für Auswirkungen dies auf das Intervall aus wahren Gewinnraten in der Lösung dann hat. "Numbers of hands to simulate" (also die zu simulierende Handanzahl) sollte ziemlich selbsterklärend sein.

      Unterhalb der Eingabewerte erhält man immer einen Ergebnis-Graphen der immer 20 Beispiel-Ergebnis-Läufe anzeigt, dabei immer das beste und das schlechteste Resultat und die beiden Konfidenz-Intervall-Grenzen zeigt. Konfidenz-Intervall bedeutet wie viele Probe-Läufe in Bezug auf die Gesamtanzahl an Probeläufen sich innerhalb eines Parameters befinden, also bedeutet zum Beispiel das sich innerhalb des 70%-Konfidenz-Intervalls 70% der am nächsten an der EV-Gewinnrate liegenden Anzahl aus den gesamten Probeläufen befinden. Man könnte also sagen mit 70% Sicherheit oder Konfidenz würde man in der Praxis in diesem Intervall-Bereich aus wahren Gewinnraten landen. Das ist wichtig zu wissen um den Graphen akkurat lesen und auswerten zu können hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse. Man sieht halt, dass das 70%-Konfidenz-Intervall immer viel kleiner ist als das auch standardmäßig angezeigte 90%-Konfidenz-Intervall ist, was ja auch ziemlich logisch sein sollte. Diese beiden Konfidenz-Intervalle sind wichtige Markierungswerte die uns dabei helfen den besten und schlimmsten Fall von Abweichung von der EV-Gewinnrate abzuschätzen und zu sehen wo die große Anzahl an Probeläufen ergebnistechnisch landet.

      Unter dem Graphen bekommt man noch eine numerische Resultats-Analyse präsentiert. Sie listet zum einen die Eingabe-Parameter noch einmal der Übersichtlichkeit wegen auf, zeigt dann die Standard-Deviation für die gegebene Hand-Probe in BB und BB/100 (BB pro 100 Hände), sowie die BB und BB/100-Werte für die beiden Standard-Konfidenz-Intervalle. Außerdem zeigt es die "Probability to being down money" (Wahrscheinlichkeit Geld verloren zu haben am Ende der Hand-Probe) und die Wahrscheinlichkeit wie häufig man über oder unterhalb der EV-Gewinnrate (probiert mal verschieden große und kleine Gewinnraten als Start-Parameter aus) landet für die eingegebenen Start-Parameter an und zeigt zudem die "minimum desired bankroll amount" (den minimal gewünschten Bankroll-Wert) um den "risk of ruin"(also das Bankrott-Risiko) auf unter 5% Wahrscheinlichkeit senken zu können. Alles natürlich in Bezug auf die eingegeben Start-Parameter.

      Weiter unten auf der Seite bekommt man auch noch eine Übersicht über die größten anzunehmenden Downswings und ihre Wahrscheinlichkeit in BB gezeigt. Das wird euch wahrscheinlich umhauen wenn ihr seht wie häufig große Downswings selbst auf geringe Hand-Samples sind. Wie im vorigen Mindset-Kapitel geschrieben, zu Wissen was einem an Widrigkeiten faktisch belegt bevorstehen wird und sich damit zu konfrontieren und dies zu akzeptieren bevor man spielt und die Existenz und Größe dieser Widrigkeiten anzuerkennen ist von größter Wichtigkeit um sich nicht selbst zu zerstören wenn man ihnen begegnet und dann nicht in der Lage ist zu rationalisieren wie brutal und grausam Poker manchmal sein kann.

      Wenn euch meine Erklärung nicht ausgereicht hat und ihr der englischen Sprache mächtig seid bietet euch die Seite sogar noch ein eigenes Tutorial über die Eingabe-Parameter und Ausgabe-Werte und deren Interpretation.

      Wenn ihr euch sicher genug fühlt den Simulator zu bedienen, startet doch einfach mit einem Ausgangsbereich für die entsprechenden Parameter und ändert sie und schaut euch die Veränderungen im Ergebnis an. Fokussiert euch speziell darauf welchen Einfluss eine größere Gewinnrate und auch eine größere Hand-Sample, also Hand-Anzahl, auf Deviations und die Downswing-Resultate hat. Entwickelt ein Gefühl dafür was passieren kann wenn eure Gewinnrate klein ist und was sich ändert wenn sich eure Gewinnrate erhöht. Ihr kommt dann hoffentlich oder vielleicht zur Realisation wie euch eine größere Gewinnrate vor vielen Widrigkeiten außerhalb eurer Kontrolle teils schützen kann, oder zumindest euch vor den schlimmsten Auswüchsen der Varianz und Deviation verschonen kann. Das hilft euch im ewigen Kampf mit dem Mindset auf Kurs zu bleiben, genau zu wissen was einen erwarten kann hilft das Ausmaß an Widrigkeit an den Tischen zu rationalisieren. Das vermeidet Tilt und schlechtes Spiel. Diese Simulationen sind das Beste was theoretische Vorbereitung auf den Kampf mit den Widrigkeiten der Varianz an den Tischen angeht. Benutzt sie und wappnet euch! Erinnert euch an das Sun-Tzu-Zitat aus der Einleitung.

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    • Wie man als Anfänger geeignete Bankroll-Grenzwerte festlegt

      Wir begegnen einem bestimmten Dilemma wenn wir versuchen als Anfänger Bankroll-Grenzen und Werte festzulegen. Auf der einen Seite wollen wir vorsichtig sein bis zur kompletten Risiko-Vermeidung, während wir anderweitig auch schnell vorwärts kommen wollen und aufsteigen auf Limits wo sich die höhere Kapitalrendite legitim zum Zeit-Aufwand verhält.
      Mit Sicherheit gibt es einen Sweetspot für jeden Einzelnen irgendwo zwischen diesen oppositionären Herangehensweisen wo der Tauschhandel zwischen erhöhtem Risiko es aufgrund der erhöhten Rendite wert ist. Dies ist wo die perfekten Management-Fähigkeiten zum Einsatz kommen und so wichtig werden. Den Sweetspot zu treffen kann uns in die Überholspur zum Erfolg katapultieren, bedeutsam in vielen gesparten Stunden Spielzeit um einerseits durch zu hohes Risiko entstandene, die Bankroll stark einschneidende, Verluste oder zum anderen durch Risiko-Vermeidung erhebliches Zeit-Investment auf sehr niedrigen Micro-Stakes um mit Grinden und Grinden, weil man dem Risiko aus dem Weg gehen will und nicht absteigen oder ruiniert sein will, nur sehr langsam die Bankroll mehrt. Innerhalb des Sweetspots agieren und diesen immer wieder justieren ist ein partielles aber sehr wichtiges Werkzeug um seinen Stundensatz zu maximieren und somit ein Kern-Aspekt um erfolgreicher und effizienter Online-Poker-Spieler zu werden.

      Wie gehen wir nun vor bei der Suche nach unserem persönlichen Bankroll-Sweetspot?

      Wir lassen unsere eigenen Varianz-Simulationen laufen. Dafür müssen wir brutal ehrlich über uns selbst und unsere Fähigkeiten sein. Wenn wir keine umfangreiche gewinnende Hand-Sample vorweisen können um uns mit ziemlicher Sicherheit als gewinnender Spieler einzuordnen für unser aktuell untersuchtes Limit, dann nehmen wir eine jämmerlich kleine Gewinnrate von 0.1 bis 1 BB/100 als unsere vorzuschlagende EV-Gewinnrate an und lassen diese mit unserer Deviations-Approximation für die Variante laufen. Es empfiehlt sich hier mit den Durchschnittswerten anzufangen und mit einem 25% größeren und kleineren Deviations-Intervall abzugleichen als End-Resultat, man findet diese Werte wie im vorigen Posting beschrieben beim "?" des Varianz-Kalkulator vor dem Eingabefeld für die Standard-Deviation. Wir werfen dann einen Blick auf die Ergebnisse und vor allem die Downswing-Resultate und schauen uns an bei welchen Werten bestimmte Downswing-Größenordnungen mit welcher anzunehmenden Häufigkeit auftreten.
      Es ist natürlich klar das man bei einer sehr klein gewählten EV-Gewinnrate von 0.5 zu 1 BB/100 oder sogar wenn wir plus-minus-null rechnen wir mehr als 5000 Stacks für unseren Stake benötigen um jeglichen vorkommenden Downswing zu überstehen ohne bankrott zu gehen. Man sieht sofort das dies nicht praktisch ist. Hier kommt dann das Risiko ins Spiel, weil wir natürlich nicht mit 5000 Stacks für ein neues Limit loslegen wollen. Das wäre komplett utopisch und würde uns für Ewigkeiten festsetzen auf diesem Limit. Wir müssen uns also um das Risiko trotzdem im Rahmen zu halten, selber gewisse Regeln auferlegen, die es uns ermöglichen mit weniger Stacks verfügbar zu agieren, ohne das wir unser Risiko bankrott zu gehen geometrisch erhöhen. Im Gegenteil wollen wir schon jetzt festlegen das uns unsere Regeln vorm direkten Bankrott beschützen.

      Wie erreichen wir dies?

      Wir limitieren einfach unseren maximalen Verlust auf dem Limit auf 50 Stacks. Entweder steigen wir ein Limit ab wenn wir 50 Stacks verloren haben, oder wenn wir auf dem niedrigsten Limit, oder dem Limit auf dem wir nachweislich Gewinner sind angekommen sind, füllen wir unsere Bankroll wieder auf mehr als 50 Stacks insgesamt auf. Der Clou ist, dass wir uns somit nur noch mit den Wahrscheinlichkeiten von Downswings, die kleiner als 50 Buyins oder Stacks sind befassen müssen, weil wir ja ein Sicherheitsnetz haben sobald der Downswing oder Verlust mehr als 50 Stacks umfasst.
      Nun kann man ja sagen, wir gewinnen ja nicht nur an den Tischen direkt, wir bekommen ja auch noch vom bezahlten Rake etwas zurück und könnten somit wieder mehr Stacks kalkulieren. Hier müssen wir wieder berücksichtigen das wir als Anfänger sehr viele Fehler machen werden, die sich in direkten Verlusten niederschlagen werden. Somit benötigen wir mindestens unser Rakeback und unsere Bonis um dies wieder aufzufangen. Deshalb würde ich einem Anfänger raten Bonis und Rakeback immer als "Lehrgeld" zu betrachten, dass dazu dient gemachte Fehler finanziell wieder auszubügeln. Erst wenn man über eine sehr große Hand-Sample beweisen kann das man das Limit schlägt, also eine stattliche Gewinnrate vorweist und somit wohl nicht mehr von diesem Limit absteigen muss, kann man das extra Geld aus Bonis, Rakeback, Promotions dann auch dazu verwenden um sein Bankroll-Management gemäß Risiko-Optimierung weiter anzupassen.
      Um zu resümieren: Wenn wir also 50 Stacks verlieren können, brauchen wir natürlich auf dem Limit auf das wir absteigen, sollten wir nicht schon am Tiefpunkt angekommen sein und nicht mehr absteigen können, noch einmal mindestens 50 Stacks für dieses Limit darunter.

      Somit:

      20 bis 50 Stacks für das momentane Limit + 50 Stacks für das Limit darunter = Minimal benötigte Bankroll für jeden Stake -> Jedes Mal wenn wir 50 Stacks verlieren ODER wenn wir 50 Stacks für das Limit darunter übrig haben steigen wir sofort ab oder cashen auf 50 Stacks des Limits nach

      Beispiel:

      Wir haben erfolgreich NL5 geschlagen und hatten genug um auf NL10 aufzusteigen. Momentan beträgt die Bankroll $500, was bedeutet wir haben 50 Stacks für NL10 zur Verfügung zur Zeit. Wenn wir jetzt 50 Stacks auf NL10 verlieren hätten wir $0 übrig und wären bankrott. Also wo wir in Wirklichkeit aufhören NL10 zu spielen ist wenn wir nur noch 50 Stacks wieder für NL5 übrig haben, sprich $250. Das bedeutet wir haben einen Puffer von 25 Stacks auf NL10, wenn wir diesen verloren haben und unsere Bankroll auf $250 und weniger fällt müssen wir sofort auf NL5 absteigen.

      Wie man sieht sind wir uns bewusst das wir noch sehr viele Fehler beim Spielen machen die in unsere Gewinnrate einschneiden werden. Das ist halt der Grund warum wir alles Extra-Geld aus Bonis, Rakeback und Promotions dringend benötigen um damit unsere Gewinnrate wieder zu stabilisieren. Allerdings berücksichtigen wir diese extra Gewinnrate nicht bei der Simulation, dadurch vermeiden wir bewusst das Überbewerten unserer EV-Winrate und somit ein zu riskantes Bankroll-Management.

      Dies ist auch wichtig in Bezug darauf wann wir anfangen Shots auf höhere Limits vorzunehmen. Wir behalten immer 50 Stacks für das untere Limit um uns gegen einen Downswing-bedingten Ruin abzusichern und nutzen den Rest unseres Bankroll-Kapitals als Puffer für das momentane Limit. Also beginnen wir sobald wir 50 Stacks für unser momentanes Limit haben mit den weiteren Gewinnen unsere Bankroll für einen Shot auf das nächsthöhere Limit vorzubereiten. Wir sammeln weiter Stacks für das neue Limit bis wir eine Summe erreicht haben mit der wir komfortabel sind eine Weile auf dem neuen höheren Stake-Level zu verbringen.
      Nun kann man wieder Varianz-Simulationen laufen lassen um zu sehen wie oft und wie viel man in einem bestimmten Hand-Sample-Rahmen an möglichen Verlusten beachten muss, bevor man wieder absteigt um sicher vor der Varianz zu sein und nicht seine Gefahr bankrott zu gehen zu erhöhen. Ich persönlich würde nie weniger als 10 Stacks "shotten", Ich würde sogar viel mehr euch ermuntern je früher ihr euch in eurer Poker-Entwicklung und Laufbahn befindet, diese Anzahl an Stacks gehörig zu vergrößern für Shots auf höhere Limits. Die doppelte Stack-Zahl ist hier durchaus nicht verkehrt, da man sich mehr Puffer gibt um sich auf dem Limit zu etablieren und somit auch Fehler zu kompensieren.
      Zumeist ist es so das euch ab gewissen Limits beim Aufstieg die vorhandenen guten Regulars versuchen gezielt in Varianz-Spots zu ziehen, in dem Wissen das ihr auf limitierten Bankrolls sitzt und somit daran interessiert seid eure Varianz zu minimieren und somit einen Teil der maximalen EV-Gewinnrate dafür hergebt, die dann natürlich an diesen Regular oder den Rest des Tisches abgegeben wird. Je mehr Geld man zum "shotten" hat, desto weniger hart kommt dieses Phänomen, was auch als Sub-Part der "money scaredness" Bezeichnung findet euch hindert. Neben dem psychologischen Aspekt um mehr Geld zu spielen ist der Punkt sehr begrenztes Shot-Money zu haben der große Nachteil gegenüber etablierten Spielern des Limits. Wenn ihr euch dessen bewusst seid und entsprechend vorsorgt finanziell, könnt ihr dies zumindest je nach eurem Mindset und euren Fähigkeiten ein Stück weit mindern oder sogar ausgleichen.

      Nehmen wir mal an wir möchten mit 20 Stacks shotten und benutzen unser Sicherheitsnetz von 50 Buyins für den Stake darunter, dann kommen wir auf folgende Bankroll-Grenzen für folgende Stakes:

      50 Buyins aktueller Stake + 20 Buyins für den Stake darüber = Minimum für den Shot auf den Stake darüber


      LimitsShot-MinimumAbsteigen bei
      NL2 to NL5$200$100
      NL5 to NL10$450$250
      NL10 to NL20$900$500
      NL20 to NL30$1600$1000
      NL20 to NL50$2000$1000


      Bedenkt das diese Werte sich an Einsteiger richten. Wenn man ein Limit nachhaltig auf eine sehr große Hand-Sample geschlagen hat, sollte man die Varianz-Simulationen entsprechend noch einmal für dieses Limit laufen lassen in dem man sowohl weitere Gewinnrate aus Rakeback, Bonis, etc. mit einrechnet und gleichzeitig dann auch sein Sicherheitsnetz reduziert. Alles hier dreht sich natürlich darum euren eigenen Sweetspot zu finden, also nehmt meine gewählten Zahlen als Durschnittswerte für Anfänger zur Kenntnis und modelliert sie entsprechend eurer eigenen Situation aufgrund der Simulations-Daten die ihr vorliegen habt.
      Zum Beispiel wenn ihr nur noch 40 Stacks auf eurem Limit benötigt könnt ihr natürlich mit viel aggressiveren Bankroll-Grenzen shotten und verringert diese leicht um 20 bis 30 Prozent. Aber vergesst nicht, weniger benötigtes Kapital bedeutet höheres Risiko und es ist an euch eine ordentliche Einschätzung zu treffen wie viel ihr mit eurem Wissenstand an Risiko handhaben könnt.
    • Anlage einer Konten-Infrastruktur zur Verwaltung der Online Bankroll



      Lasst uns das gleich besprechen. Mit dem Niedergang des alten Pokerstars-VIP-Systems und der geringen Größe anderer Seiten, müssen wir uns eine erhöhte Flexibilität in der Distribution unserer Bankroll auf mehrere Seiten schaffen um unsere Bedürfnisse abzudecken. Die Zeit da man auf einer einzigen Seite gespielt hat und sich um das was andere Seiten angeboten haben nicht geschert hat sind definitiv vorbei. Man verpasst einfach das letzte Quentchen Profit aus der Situation zu quetschen wenn man sich loyale Scheuklappen für eine einzige Seite auflegen lässt.

      Um also direkt Nutzen aus Bonus-Offerten und Promotionen ziehen zu können, müssen wir in der Lage sein zügig signifikante Summen unserer Bankroll transferieren zu können. Die Nutzung von normalen Bank-Überweisungen reicht dafür nicht aus. Es kann bis zu drei Wochen dauern abhängig von der Performanz der Seite auf die man einzahlen will oder von der man abhebt bis man die Summe erhält und transferiert hat.

      Es gibt eigentlich nur drei Optionen die uns erlauben zügige Geld-Transfers auf verschiedene Seiten vorzunehmen:

      • Kreditkarten
      • Online Bezahl-Dienstleister wie Skrill, Neteller, oder sogar Bitcoin
      • Spieler zu Spieler Tauschgeschäfte (Nutzt sie und es ist euer Risiko)
      Das größte Problem hierbei ist natürlich die Sicherheit. Ich kann hier auch gar nicht 100% garantieren das eine dieser Methoden in Verbindung mit einer Pokerseite sicher ist, aber man kann die Sicherheit maximieren indem man bestimmte Methoden nach Verfügbarkeit anderen bevorzugt.
      Ich würde immer eine Kreditkarte zur Verfügung haben, die an ein Bank-Konto geknüpft ist. Abhängig in welchem Land und unter welchen Legalisations-Bestimmungen ihr lebt kann das Probleme legalen oder finanzieller Form (Transaktions-Gebühren für Auslandsnutzung z.B.) nach sich ziehen. Was in diesem Kontext gut zu wissen ist, dass Online- Bezahldienstleister wie Skrill und neteller Kreditkarten in Verbindung mit ihren e-Wallets (so nennt man ein Online-Konto bei diesen Anbietern) anbietet. Das bedeutet man kann mit diesen Kreditkarten auch zum lokalen Geldautomaten von Banken gehen und gegen Gebühr versteht sich direkt von seinem e-Wallet abheben. Viele Spieler benutzen diese Methode um für Ausgaben abzuheben von ihrer Bankroll. Jedoch reicht die Spanne an Gebühren abhängig von Karte und Bank hier von absurd bis akzeptierbar für Auszahlung direkt vom e-Wallet.

      Wichtig zu wissen ist, dass um mit Geldwäsche-Gesetzen konform zu gehen, Online-Bezahl-Dienstleister und Poker-Seiten bestimmte Limitationen und Auflagen zum Einzahlungs- und Auszahlungs-Vorgang systematisch erheben, über die man im Klaren sein sollte bevor man eine Transaktion tätigt. Man kann nicht hergehen und eine große Summe von einem Bank-Konto einzahlen und diese, ohne mit dem Geld auf der Poker-Seite gespielt zu haben, auf ein e-Wallet auszahlen. Es sollte ja offensichtlich sein wieso, aber ich wollte explizit noch einmal erwähnen immer die Regeln und Bestimmungen für den Ein- und Auszahlungs-Prozess einer Seite zu kennen bevor man Geld bewegt. Ansonsten kann es zu nervenden Stopps und Verzögerungen durch Nachfragen an einen durch die Seite oder die Bank/Bezahl-Dienstleister/Kreditkarten-Unternehmen kommen.
      Ich habe einmal meine Kreditkarte blockiert bekommen durch meine Bank weil ich eine größere Einzahlung per Kreditkarte auf Pokerstars vorgenommen habe und nicht schon vorsorglich angerufen hatte bei meiner Bank um die Zahlung anzukündigen. Vielleicht war es der Weg der Bank mir mitzuteilen das sie meine Aktivitäten beobachten, oder es war ein automatischer Sicherheits-Prozess der meine Transaktion geflaggt und gestoppt hatte, man weis es nicht. Es gibt kaum frustrierenderes als Poker-Spieler seine Bankroll festsitzen zu haben wo man nicht aktiv spielt, oder auf einem Konto von dem man nicht schnell Geld dorthin bekommt wo man spielen möchte und es braucht.

      Es gibt Banken die sich mehr oder weniger nutzen lassen in Bezug auf Online-Poker. Weil dies ein von Land zu Land stark abweichendes Thema ist, müsst ihr leider hier selber nachforschen welche Banken sich in eurem Land eignen. Vergleicht Gebühren, schaut euch die AGBs an, ruft auch mal anonym bei der Bank an und informiert euch darüber wie die Bank zu Online-Glücksspiel und Poker steht. Ihr solltet dann in der Lage sein euch ein Bild zu machen ob eure momentane Bank geeignet ist sie auch für Online-Poker zu nutzen, oder ob ihr ein separates Bank-Konto anderswo speziell für Online-Poker eröffnen und führen wollt.

      Für deutsche Leser mag es hier interessant sein auch Bank-Promotionen die Bonus-Zahlungen für Konten-Eröffnung und regelmäßige Zahlungseingänge in bestimmter Höhe anbieten, so wie kostenlose Kreditkarten(teils zeitlich limitiert), in die Wahl mit einzubeziehen als extra Profit der erzielbar ist. Ich kenne durchaus Poker-Spieler, die alleine eine Micro-Bankroll nur durch geschicktes Nutzen von Bank-Konto-Promotionen aufstellen konnten. Vergleichsportale zu Banken gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer, dazu noch weiteres Cashback durch Cashback-Affiliate-Seiten wie z.B. quipu. So lange man hier noch durchblickt und sich mit all diesem Rattenschwanz an Spür-Arbeit und Vergleichen beschäftigen will ist hier für einen Poker-Beginner, der noch einiges hier im Bank-Bereich abgreifen kann an Neukunden-Promotion reinzuholen. Geld ist am Ende Geld. Es liegt an euch wie viel ihr hier extra rausholen wollt.

      Ein sehr wichtiges Thema sind auch die Umtausch-Gebühren für Währung in Verbindung mit euren Konten. Um diese weites gehend zu vermeiden, ist der beste Weg sich mehrere e-Wallets anzulegen, eines in US-Dollar, eines in Euro und vielleicht sogar eines in lokaler Währung, wenn ihr in eurem Land nicht mit Euro oder Dollar bezahlt. Man kann auf den großen Bezahldienstleistern immer mehrere e-Wallets führen und anlegen, auch in unterschiedlichen Währungen ohne zusätzliche Kosten. Daraus sollte man Kapital schlagen, im wahrsten Sinne des Wortes.

      Falls ihr noch keine e-Wallet-Konten habt, könnt ihr natürlich auch Affiliate-Bonis bekommen für das Anlegen der Konten. Pokermarket bietet dies auch an: pokermarket.com/deals.php#/tools

      Ich würde euch vorschlagen zumindest neteller und Skrill im Portfolio zu haben, es sind die beiden größten und wichtigsten Online-Bezahl-Dienstleister in Bezug zu Poker-Seiten. Beide daher gehend, dass nicht immer beide als valide Zahlungs-Option bei verschiedenen Seiten verfügbar sind. Am Besten habt ihr auf beiden Anbietern jeweils ein US-Dollar und ein Euro-Konto zur Verfügung.

      In Sachen Sicherheit mag Skrill die beste Lösung sein, weil das Mutter-Unternehmen an der englischen Börse gelistet ist und sich somit komplett europäischen Bank-Gesetzen beugen muss, somit gibt es die Möglichkeit vor einem UK-Gericht Beschwerde oder Klage einzureichen bei Unstimmigkeiten. Aber auch neteller (operiert von der Isle of Man wie Pokerstars) ist als sicher anzusehen, beide Anbieter haben verbesserte Sicherheitsmaßnahmen (Security Token, Security Token Applikation fürs Handy) für die Konten im Angebot und sie sind einfach die einzige Option schnell Geld von A nach B zu bewegen innerhalb der Online-Poker-Welt.


      Wie man seine Bankroll auf Pokerseiten und Bezahl-Dienstleister aufteilt


      Wie soll man also seine Bankroll anlegen? Mein Rat wäre immer das Minimum was man benötigt um zwei bis drei Tage spielen zu können auf der Seite zu lagern, sind meist um 15 bis 20 Buyins. Der Rest der Bankroll sollte sich entweder in euren e-Wallets und Kreditkarten und eben auf weiteren Seiten auf denen ihr spielt befinden. Je mehr Stacks ihr für euer momentanes Limit in der Bankroll zur Verfügung habt, desto mehr partielle Bankrolls könnt ihr auf unterschiedlichen Poker-Netzwerken haben. Außerdem sollte man immer 20 bis 30 Stacks in seinen e-Wallets griffbereit haben um diese zügig zum Auffüllen der partiellen Bankrolls oder zur schnellen Reaktion auf Promotionen von Poker-Seiten verwenden zu können.

      Der Vorteil eure Roll nicht komplett auf einer Pokerseite lagern zu haben sind folgende: Sicherheit vor Problemen mit der Seite, auch bekommt man keine Zinsen auf seine lagernde Bankroll auf quasi allen Poker-Seiten und sie können dann euer Geld selber benutzen um es für sie arbeiten zu lassen. Warum sollte man das wollen, wenn das Geld auch auf einem Zins-Ertrag bringenden Konto liegen kann, dass zumindest die Inflation auffängt? Außerdem ist man wie gesagt dann auch immer in der Lage sofort auf einen möglichen Einzahlungs-Bonus zu reagieren ohne das man im Vorfeld auszahlen musste, was nur möglich ist wenn man wusste das der Bonus kommt, da man ansonsten möglicherweise nicht mehr auszahlen kann ohne den Bonus zu verlieren. Gerade diesen Versuch der Seiten Spieler-Bankrolls auf ihre Seiten zu binden, indem sie Auszahlungs-Sperren für das Abspielen von Bonis erheben sollte man dadurch zumindest soweit aus dem Weg gehen, dass man immer noch freies Kapital auf seinen e-Wallets liegen hat um möglicherweise einer knappen partiellen Bankroll auf einer anderen Seite auszuhelfen, oder um vielleicht ein weiteres Einzahlungs-Angebot annehmen zu können. Oder es raucht einem benötigte Hardware ab und man muss seinen Bonus abbrechen damit man auszahlen kann. Alles Gründe seine Bankroll immer so weit es geht an einem flexiblen, schnell erreichbaren und Zinsen bringenden Ort zu lagern. Das ist nun mal nicht das Spieler-Konto einer Poker-Seite!

      Dieses Kapitel an sich war für euch entweder langweilig offensichtlich, oder ein wertvoller Augen-Öffner. Ich hab immer so das Gefühl das viele Poker-Spieler absolut furchtbar im Verwalten und Profit-Maximieren ihrer Multi-Site-Bankroll sind und wollte einen groben Überblick wie man diese Thematik angeht bieten, wie ich glaube das man effizient und profitabel damit umgeht.

    • Weiterführende Anlege-Strategien für zukünftige liquidere Bankroll-Szenarien

      Sobald man ein bestimmtes Bankroll-Niveau erreicht hat sollte man damit beginnen sich andere Gelegenheiten anzusehen mit denen man seinen Stundenlohn erhöhen kann außer das Shotting auf höhere Stake-Level. Stattdessen mag es Sinn machen lukrativere Optionen mit einem Teil seiner überschüssigen Bankroll anzugehen anstatt sie nur zum "Shotten" zu verwenden.
      Sieh es so, wie wir uns immer ein Mittel aus Risiko und Profit bilden für unsere Poker-bezogenen Bankroll-Entscheidungen und Auflagen, so gilt dieses Prinzip natürlich auch für alle anderen Anlage-Formen. Wenn man so will ist das "Shotten" ansich eine aggressive Form von Risiko-Anlage, wir haben ein Paket an Risiko-Kapital, dass entweder komplett verloren gehen kann oder unseren Profit erheblich erhöhen. Wie man es auch dreht es ist immer erhebliches Risiko damit verbunden.

      Es gibt natürlich auch weniger riskante Wege, bzw. andere Mittelwege aus Risiko und Profit, wie man im Poker anlegen und investieren kann:

      • Privates und personalisiertes Coaching
        Niedriges Risiko, Profit ist das Mindern des Risikos beim Spielen durch Erhöhung des eigenen Potentials bei gleichzeitiger Senkung des eigenen Fehlerpotentials, gleichzeitig das Vergrößern des zukünftigen Stundenlohns durch das Schließen von Leaks und neuen strategischen Eingaben und Wissen. Selbst als Anfänger kann einen einen privates Coaching einen großen Satz vorwärts machen lassen, wenn man den richtigen Coach findet! Schaut euch noch mal meine Strategie-Kapitel zum Thema Coaching an, wenn ihr euer Wissen auffrischen wollt, wie man Coaching und den Nutzen für einen selber evaluieren sollte, auch hinsichtlich des finanziellen Aufwands! > Hier geht es zum Coach Listing auf pokermarket

      • Staken anderer Spieler, Kaufen von Action/Shares
        Mittleres bis hohes Risiko, Profit richtet sich sehr situationsabhängig von den gemachten Vereinbarungen, gerade hinsichtlich des eigenen Einflusses bezüglich des Stakings (Stakeback, Coaching, Reviews). Als Anfänger würde ich mich nicht selber mit dem Staken anderer Spieler befassen, viel mehr ist für einen Anfänger das gestaked werden, also die andere Seite der Medallie durchaus interessant. Der Grund warum man selber vom Staking anderer Spieler als Anfänger noch absehen sollte ist die mangelnde Erfahrung im Abschätzen und Nachforschen der Qualität eines Stakees, somit erhöhtes Fehlerpotential bei der Risiko-Abschätzung. Viel mehr wird dieses Thema eine interessante Investitions-Gelegenheit für fortgeschrittenere Spieler, die schon ein gewisses Level an Spielerfahrung und dem Umgang mit Widrigkeit im Poker haben. Wie schon gesagt ist für einen Anfänger selbst gestaked zu werden in Verbindung möglicherweise mit einem Coaching-Deal eine Option die in Frage kommt. Allerdings hängt ab ob dies eine gute Win-Win-Entscheidung, oder ein katastrophal endendes Szenario wird, wie man mit dem Druck umgehen kann mit fremdem Geld zu spielen und wie dies das eigene Spiel beeinflusst. Mit fremdem Geld zu spielen kann jemanden risikoscheu oder im Gegenteil risiko-suchend machen und gleichzeitig auch durch eine Veränderung in der Aufmerksamkeit zu mehr oder weniger Fehlerpotential führen. Wissen tut man dies erst für sich selber wenn man die Erfahrung gemacht hat gestaked zu spielen. Ein guter Stakee schafft die beste Win-Win-Situation für sich und seinen Coach/Staker, indem er sein A-Game spielt ohne zusätzliches Risiko in sein Spiel zu tragen und gleichzeitig das angebotene Review oder Coaching zur Verbesserung und Optimierung im eigenen Lernprozess zu integrieren. Hier geht es zur Staking Sektion auf pokermarket

      • Kauf von Software und Hardware zum Pokern
        Kauft euch immer nur Software von der ihr schon jetzt wisst, dass ihr sie regelmäßig einsetzen werdet, kauft niemals aus dem Impuls heraus, macht immer eure eigene Nachforschung und vergleicht mit Konkurrenz-Produkten, fragt in Foren nach Rat und Erfahrungsberichten bei der Nutzung durch andere Spieler. Ein Anfänger sollte ein Tracking Tool besitzen, sonst braucht man erst einmal nichts.Alles andere ist so teuer das die Anschaffung zu diesem Zeitpunkt euren Werdegang hemmt und zurückwirft und man sollte sich fortgeschrittene Analyse-Tools anschaffen, wenn man dabei ist auf NL25 zu kommen und der Preis der Tools nicht mehr sehr signifikante Einschitte in eure Bankroll mit sich bringt. Eine Solid State Disk (SSD) oder einen zweiten Monitor zu besitzen wird euch auf lange Sicht enorm weiterhelfen, wenn ihr könnt solltet ihr in diese Hardware-Aufrüstungen investieren, wenn ihr sie noch nicht zur Verfügung habt.

      • Sich selbst
        Es ist erst einmal grundsätzlich nichts falsch daran Poker-Geld in sich selbst zu investieren um sich etwas zu gönnen. Man sollte sich Dinge kaufen, die einem beim Abschalten helfen, oder die sich schlicht als lohnenswert in der Anschaffung präsentieren und anfühlen. Es gibt kaum ein großartigeres Gefühl als Poker-Spieler als sich das erste Mal von seinem gewonnen Geld etwas in einem Laden kaufen zu können, oder eben zu bestellen. Ein klasse Gefühl, man erinnert sich meist noch nach Jahren daran was das erste war das man sich vom Pokerspiel gegönnt hat. Die Motivation darin und die Erinnerung daran sich schöne Sachen kaufen zu können sollte den Hunger nach mehr richtig entfachen. Es ist eine simple Form von extrinsischer Motivation und sollte dabei helfen nach Größerem im Poker zu streben. Es sollte auch dazu motivieren die entsprechende Arbeit investieren zu wollen. Lediglich sollte man darauf aufpassen nie mehr als 5% seiner Bankroll auf einmal auszugeben, bzw. über den Monat gesehen. Ich finde das ein gutes Limit um festzustellen ob man sich etwas schon leisten könnte, oder ob man erst eine größere Bankroll braucht und einen oder mehrere Monate mit der Anschaffung warten sollte.

      • Investition in allgemeine und sichere Anlage-Formen
        Niedriges bis mittleres Risiko, niedriger bis mittlerer Profit.Abhängend davon in welchem Land ihr geboren seid gibt es immer unterschiedliche Gelegenheiten in ein mittel- oder langfristiges Investitions-Modell Kapital einzuzahlen für einen geringen bis mittleren und ziemlich sicheren Profit knapp über dem inflationären Werte-Verlust. Wie beim Staken ist dies mit Sicherheit ein Feld das eher fortgeschrittene Spieler anspricht, die mehr Kapital für diese Investitions-Zwecke zur Verfügung haben. Für einen Anfänger ein nettes Ziel dem man zustreben kann. Eine große Anzahl von Highstakes-Poker-Spielern sind gleichzeitig auch geschickte und erfolgreiche Aktien-Spekulanten und Kapital-Investoren. Eine Menge an Fertigkeiten die man vor allem in der statistischen Risiko und Profit-Evaluierung im Poker findet, lassen sich auch analog im Investitions-Markt anwenden. Zumindest hat ein Pokerspiel die statistische Erfahrung die entsprechenden Zahlen und Informationen auszuwerten und sich daraus ein mehr oder minder akkurates Bild über die Investitions-Gelegenheit zu machen.


      Immer besser im Erfassen und Bewerten von Investitions-Gelegenheiten zu werden, sei es nun auf Poker bezogen oder allgemeine Kapital-Investitionen, wird immer wichtiger je mehr Geld man mit Poker macht. Wenn man erst einmal das Kapital zur Verfügung hat, durchläuft man eine Vielzahl von Versuchen nach dem "Try and Error"-Prinzip bis man aufgrund der Fehlschläge und Erfolge die Erfahrung gesammelt hat die einen zu einem Ernst zu nehmenden Herausforderer in diesem Feld macht, in der Lage schnelle und akkurate Entscheidungen zu den wirklich guten aber immer zeitkritischen Gelegenheiten zu treffen.
      Am Ende wissen wir alle Poker hat eine Halbwertszeit, die Partien werden immer härter und umkämpfter und der legale Status immer eine Debatte rund um die Welt. Um vorbereitet und für die Zukunft zu planen, wenn ihr erst einmal ein guter Regular auf Notiz würdigen Limits seid, solltet ihr schon Zeit und Energie aufwenden zu lernen, wie ihr euer Geld für euch arbeiten lasst.

      Dieses letzte Kapitel war nur ein kurzer Exkurs dazu, nicht sehr detailliert und erst Recht nicht voller saftiger Investitions-Tipps. Es ist mehr eine Verlockung mit was ihr euch im Kopf beschäftigt sobald ihr es vom Anfänger zum respektierten großen Gewinner im Online-Poker geschafft habt, der bereit ist die Dinge auf das nächste Level zu hieven.
      Wie ihr seht ist Bankroll-Management mitnichten nur ein Thema für Anfänger, sondern ein Thema das an Wichtigkeit sogar zulegt je größer eure Bankroll wird, im Kontext seinen Profit durch geschicktes Investieren zu mehren.

      Ich bedanke mich fürs Lesen, wenn ihr Fragen oder Feedback habt, schreibt es in den Thread! Nächstes mal dreht sich alles um Poker-Tools, welche sind sinnvoll für einen Anfänger, welche Tools machen wann Sinn in der Anschaffung im Entwicklungs-Prozess und wie man sie in den Lern-Prozess einbringt.


      Auf dem Weg zum Gewinner im Online Poker - Part 4 - Tools

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    • Um welches Zitat handelt es sich denn genau bei der Einleitung? irgendwie erschliesst es sich mir nicht worauf das bezogen ist^^
      Was ist nicht gut finde ist der letzte Satz da


      Das ist traurig, denn mit einem gewissen Maß an Wissen und Planung lässt sich dieses zusätzliche Risiko leicht vermeiden und negieren.


      Das ist traurig klingt schon komisch für mich- Trauer ist eine subjektive Emotion, sowas wie Investmentbusiness ist nicht unbeding etwas, was bei der Allgemeinheit solche Emotionen triggert.
      Das Risiko lässt sich leicht negieren- negieren entstammt einer subjektiven ablehnenden Haltung gegenüber etwas. Das Risiko negieren macht wenig Sinn, denn es ist ja da und eine der quasi omnipräsenten Motivationen des Bankrollmanagements, sagst du dann ja auch selber:


      Ein Poker-Spieler der nicht konstant sein Spiel evaluiert und justiert nach den Begebenheiten seines Bankroll-Management-Rahmens ist ein Narr. Das Bankroll-Management ist unser Sicherheitsnetz, es zu meistern bedeutet eine gute Balance zwischen Risiko-Vermeidung und zu großem Risiko zu finden.
      wo °ist ein Narr" auch unglücklich ist imo. Die meisten machen es ja schonmal nicht aus einer Absicht heraus und es ist auch kein Diktum sich so zu verhalten, sondern nur eine mögliche Strategie.


      just my 2cents:)
      respekt vor der Mühe und Arbeit die du dir machst

      :app
    • Wenn die Schreibweise eine Emotion bei Dir auslöst ist das ja erst einmal so. Über den Sinn einer Formulierung lässt sich philosophisch und "nüchtern" diskutieren. Hätte ich vermeiden oder minimieren statt negieren schreiben sollen, was wirkt wie auf den Leser? Ist das immer noch negativ und subjektiv anders wahrnehmbar? Wie erreiche ich hier im richtigen Kontext möglichst alle Leser?

      Wie wirkt es einem nüchternen und ziemlich emotionsfreiem Thema Emotionen in der Beschreibung zuzufügen?
      Wenn man Emotionen bzw. emotionale Ausdrucksweisen verwendet hängt das auch viel mit der Stimmung zusammen, die man vermitteln möchte. Mir war es wichtig mit einigen möglicherweise überspitzten und deplatzierten emotionalen Befindlichkeiten und Bewertungen auf die Wichtigkeit des Themas hinzuarbeiten. Eine Emotion muss nicht erklärt werden, jeder kennt sie. Jeder geht jedoch anders mit ihnen um.
      Ich habe traurig bewusst verwendet als starke Emotion, die viele vermeiden wollen einfließen lassen, als Zustand den ich selber empfinde wenn ich jemanden an so etwas trivialem aber enorm wichtigen wie Bankroll-Management scheitern sehe.

      Außerdem droht das Thema durch seine Nüchternheit und vermeidliche Trivialität übersehen zu werden. Eine emotionale Reaktion, generell eine direkte Reaktion auf den Text ist daher wohl doch sehr wichtig. Ich persönlich habe erwartet das neben Mindset dieser Artikel am wenigsten gelesen werden wird. Ist eine rein empirische Schluss-Folgerung.

      Niemand möchte ein Narr sein, aber Narren sind in der Regel selten unglückliche Wesen. Ein Narr kennt kaum Traurigkeit, er ist in der Lage dies stets zu wandeln als einfach nur Traurigkeit für das zu akzeptieren was es ist. Dabei ist Trauer und Traurigkeit einfach nur eine Emotion, die ihren Platz wie alle anderen hat. Es ist eine Empfindung und erst wenn ich ihr einen negativen Wert beimesse erlebe ich sie auch so.

      Was Bankroll-Management angeht: Die meisten machen dieses außer acht lassen nicht aus einer bewussten Absicht heraus, das ist richtig, die meisten machen es aber aus einer unbewussten Relativierung heraus indem sie falsche Schwerpunkte und Prioritäten setzen. Sie daher ein wenig über die emotionale Schiene zu greifen scheint mir auch bloß eine Strategie um hier wichtigen Content zu vermitteln.

      Im übrigen ist dies der einzige Teil des Guides, wo ich erst die englische Version geschrieben habe und dann die deutsche. Es amüsiert mich das es trotzdem der emotionsgebundenste Part geworden ist scheinbar. Sachen gibt es. Ich muss den englischen noch mal lesen ob der nüchterner war und ich beim Deutschen etwas überschwappte bei der Rückübersetzung. :)
    • Das mit der Rückübersetzung dacht ich mir. Jetzt ohne die Version gelesen zu haben, aber wenn du da schreibst"... is a fool", so ist das im englischen durchaus üblich, während "... ist ein Narr" eher etwas over the top wirkt.
      Ja würde da auch vermeiden oder minimieren etwas aus der Richtung wählen, negieren macht halt keinen Sinn, führt zu falschen Bedeutungen.